Seit Ende Juli: Türkei blockiert mehr als 100 Webseiten

Wegen angeblicher Verbindungen zur Terrororganisation PKK oder der Unterstützung von Terrorismus wurden in der Türkei jüngst offenbar mehr als 100 Internetseiten blockiert. Die meisten der Webseiten sollen auf Anfragen der türkischen Sicherheitsbehörden gesperrt worden sein. Die Sperrungswelle begann Ende Juli, als sich gleichzeitig die Spannungen zwischen Armee und PKK verschärft hatten.

Wer im Verdacht steht, mit dem Terrorismus in Kontakt zu stehen oder zu symapthisieren, wird blockiert. (Foto: Flickr/ You are not safe anymore by Constantin Litvak CC BY 2.0)

Wer im Verdacht steht, mit dem Terrorismus in Kontakt zu stehen oder zu symapthisieren, wird blockiert. (Foto: Flickr/ You are not safe anymore by Constantin Litvak CC BY 2.0)

Die türkischen Sicherheitsbehörden sollen eine umfangreiche Liste von Websites erstellt haben, die zensiert werden sollen. Ihre Begründung: Diese sollen zur Kommunikation zwischen terroristischen Organisationen verwendet worden sein,  Terrorismus verherrlichen oder terroristische Propaganda verbreiten.

Die besagte Liste der Websites soll dann der türkischen Telekommunikationsbehörde TİB vorgelegt worden sein, die später die Anweisung zur Blockade der Websites gegeben habe, so die türkische Zeitung Hürriyet. Beschränkungen für Websites, die mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Verbindung stehen sollen, seien seit dem 25. Juli in Kraft.

Nicht weniger als 96 Seiten und 23 Twitter-Konnten seien allein in der letzten Juli-Woche blockiert worden, heißt es. Gerechtfertigt würde die Zensur als Versuch, die nationale Sicherheit und die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten“ und „das Recht auf Leben zu schützen“.

Zu den Websites, deren Zugriff seit dem 25. Juli verweigerte werde, gehörten demnach Nachrichten-Website sendika.org die Nachrichtenseite Özgür Gündem, die Fırat News Agency (ANF), die Nachrichtenagentur Dicle (DIHA) und die Hawar News Agency (ANH A). Die Datenjournalismus-Seite dagmedya.net gehöre ebenfalls dazu.

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