Mord an drei kurdischen Aktivistinnen: Türke muss in Paris vor Gericht

Ein Türke muss wegen des Mordanschlags auf drei kurdische Aktivistinnen in Paris vor Gericht. Dem 33-Jährigen wird Mord im Zusammenhang mit Terrorismus vorgeworfen. Die drei Frauen waren im 9. Januar 2013 erschossen worden. Eine von ihnen war Sakine Cansiz, ein Gründungsmitglied der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Prozess in Paris: War der türkische Geheimdienst MIT an der Vorbereitung des Attentats beteiligt? (Foto: Flickr/ Paris by Moyan Brenn CC BY 2.0)

Prozess in Paris: War der türkische Geheimdienst MIT an der Vorbereitung des Attentats beteiligt? (Foto: Flickr/ Paris by Moyan Brenn CC BY 2.0)

Wie es unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen hieß, deuten die Erkenntnisse darauf hin, dass Agenten des türkischen Geheimdienstes MIT an der Vorbereitung des Attentats beteiligt waren, so die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Ermittlungen hätten aber nicht klären können, ob sie die Auftraggeber waren und ob die Agenten mit Zustimmung ihrer Vorgesetzten oder allein handelten.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Aufzeichnungen von Überwachungskameras zeigten aber, wie er kurz vor der Tat das Gebäude des Kurdistan-Informationszentrums betrat. Zudem war die DNA eines Opfers auf seiner Jacke gefunden worden, so die dpa.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat. Der Konflikt zwischen der Türkei und der PKK war in den vergangenen Wochen eskaliert.

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