Urteil gegen türkische Läuferin: Acht Jahre Sperre, Olympiasieg weg

Die türkische Olympiasiegerin Asli Cakir Alptekin hat wegen Dopings ihre Goldmedaille über 1500 Meter verloren und ist dazu noch bis 2021 für alle Leichtathletik-Wettbewerbe gesperrt worden. Das gab der Internationale Sportgerichtshof CAS am Montag in Lausanne bekannt.

Asli Cakir Alptekins Triumpf von 2012 ist Geschichte. (Screenshot YouTube)

Asli Cakir Alptekins Triumpf von 2012 ist Geschichte. (Screenshot YouTube)

Die 30 Jahre alte Alptekin war 2013 mit Hilfe ihres biologischen Blutpasses zum zweiten Mal nach 2004 des Dopings überführt worden. Der türkische Verband wollte seine Starläuferin zunächst nicht sperren, der Leichtathletik-Weltverband IAAF schritt jedoch ein und überwies den Fall an den CAS.

Der Sportgerichtshof entschied nun, dass für den Zeitraum von Juli 2010 bis Oktober 2012 alle Ergebnisse der Türkin gestrichen sowie alle Titel und Preisgelder zurückgegeben werden müssen. Darunter fällt auch ihr Olympiasieg über 1500 Meter, den sie 2012 völlig überraschend in London geholt hatte. Zwischen 2010 und 2012 waren bei Alptekin Unregelmäßigkeiten in ihrem biologischen Pass festgestellt worden. Anfang 2013 klagte sie die IAAF wegen Dopings an, weshalb der CAS nun auch eine achtjährige Sperre von 2013 bis 2021 verhängte. Alptekin hat diesem Strafmaß bereits zugestimmt.

Aslı Çakır Alptekin erlangte im Sommer 2012 weltweite Aufmerksamkeit, als sie Gold über 1500 Meter holte. Ihre Landsfrau Gamze Bulut gewann Silber. Ebenfalls Gold holte sie bei der Sommer-Universiade in Shenzhen, China, 2011 und gewann die 1500 Meter in einer Zeit von 3:56.62 bei der Diamond League in Paris im Jahr 2012. Die Siegesserie markierte eine atemberaubende Trendwende für die Läuferin, nachdem ihr im September 2004 eine Zwei-Jahres-Sperre für die Einnahme illegaler Substanzen auferlegt wurde.

Doping beendete einst übrigens auch die Karriere von Sürreyya Ayhan Kop, die 2013 Strafanzeige gegen Alpetkin stellte und eine Beteiligung am Sieg verlangte. Die heute 37-Jährige war die erste türkische Frau, die jemals ein olympisches Halbfinale erreichte. Der Riesenerfolg gelang ihr im Jahr 2000 bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney. Im nächsten Jahr gewann sie das WM-Finale. Darüber hinaus war sie die schnellste Läuferin über 1500 Meter in Europa in den Jahren 2002 und 2003. Nach einer Kette von Verletzungen und Doping-Tests am Vorabend der Olympischen Spiele 2004 erhielt sie eine lebenslange Sperre für die Verwendung illegaler Substanzen im Jahr 2009. Im Sommer 2012 traf es schließlich die türkische Athletin Meryem Erdoğan (mehr hier). Beide Athleten sind Vorbilder für junge türkische Sportler, vor allem für Mädchen (mehr hier).

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