Islamische Kunst: Pariser Louvre buhlt um türkische Besucher

Türkische Touristen zeigten bislang offenbar wenig Interesse am Pariser Louvre. Das weltbekannte Museum hofft, sie mit osmainsch inspirierter Kunst zu begeistern. Zu finden ist sie teils an prominenter Stelle - unweit der berühmten Mona Lisa.

Mit seinen 35.000 Kunstwerken und mehr als 380.000 Stücken zieht das Louvre-Museum in Paris jährlich rund acht Millionen Touristen an. Bislang zeigten türkische Touristen allerdings nicht viel Interesse an dem prestigeträchtigen Gebäude mit seinen mehr als 60.000 Quadratmetern. Dabei gibt es hier durchaus Kunstwerke, die das Interesse vor allem türkischer Reisende anziehen könnte.

Fündig würden die türkischen Besucher etwa in der gleichen Halle, in der Leonardo da Vincis berühmte Mona Lisa hänge, so die türkische Zeitung Sabah. Gezeigt werde hier ein Werk, das den osmanischen Sultan Suleiman dem Prächtigen mit anderen Kaisern seiner Zeit abbilde. Angefertigt wurde es vom italienischen Maler Paolo Veronese und trägt den Titel Die Hochzeit zu Kana“. Die Ausmaße sind mit 66 Quadratmetern gigantisch. Gezeigt wird der osmanische Sultan, Jesus Christus, der Heilige römische Kaiser Karl V. und Franz I. von Frankreich sitzend am selben Tisch.

Das Werk wird auf die Zeit um 1562/1563 datiert und wurde binnen 15 Monaten angefertig. Die Hochzeit zu Kana“ erzählt eine Geschichte aus dem Neuen Testament, in dem Jesus seine Jünger bittet, Krüge mit Wasser zu füllen,welches er dann in Wein verwandelt.

Im September 2012 eröffnete das Museum übrigens auch einen islamischen Flügel mit einem Bestand von rund 20.000 wertvollen Werken aus dem siebten bis zum 19. Jahrhundert auf einer Fläche von gut 3000 Quadratmetern. Dieser Teil des Louvres deckt die gesamte islamische Kultur, von Spanien bis Indien ab. Die Kosten für den neuen Trakt, der derzeit rund 3000 Exponate zeigt, beliefen sich auf gut 100 Millionen Euro. Finanziert wurde das Ganze von der französischen Regierung und von Stiftungen aus Saudi-Arabien, Marokko, Kuwait, Oman und Aserbaidschan unterstützt.

Hier befindet sich das Schwert von Sultan Suleiman dem Prächtigen und Iznik Keramik. Vor dem Verlassen des Museums wird den Besuchern empfohlen, einen Blick auf die Buchhandlungen zu werfen, wo sie Bücher über das Leben von Sultan Suleiman und Iznik Keramik finden.

Ein Manko gibt es derzeit aber noch: Im Augenblick gibt es keinen Museumsführer auf Türkisch.

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