Türkische Lira fällt auf Rekordtief zum Dollar

Die Türkische Lira hat ihre Talfahrt am Dienstag weiter fortgesetzt und ist zum US-Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Am Nachmittag mussten für einen Dollar 2,91 Lira bezahlt werden und damit so viel wie noch nie. Zuvor hatte die türkische Notenbank trotz der Währungsschwäche den Leitzins am Mittag unverändert bei 7,50 Prozent belassen.

Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit in der Türkei befindet sich die Lira bereits seit vergangenem Donnerstag auf Talfahrt. (Foto: Flickr/ #18 Lira! by thebarrowboy CC BY 2.0)

Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit in der Türkei befindet sich die Lira bereits seit vergangenem Donnerstag auf Talfahrt. (Foto: Flickr/ #18 Lira! by thebarrowboy CC BY 2.0)

Auch zum Euro setzte die Lira ihre Talfahrt weiter fort. Der Kurs für einen Euro stieg zuletzt auf 3,21 Lira. Im Handel mit der Gemeinschaftswährung stand die Lira damit nur noch knapp über dem Rekordtief vom Januar 2014, als für einen Euro 3,27 Lira gezahlt werden mussten.

Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit in der Türkei befindet sich die Lira bereits seit vergangenem Donnerstag auf Talfahrt, so die dpa. Mehr als zwei Monate nach der Parlamentswahl in der Türkei waren zuletzt Gespräche über eine Koalition zwischen der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und der rechtsnationalistischen MHP gescheitert. Außerdem leidet die Türkei wie andere Schwellenländer unter einer abflauenden Konjunktur.

Nach gescheiterten Koalitionsgesprächen hat Ministerpräsident Ahmet Davutoglu jetzt auch das Mandat zur Regierungsbildung zurückgegeben. Dies meldete die Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstagabend unter Berufung auf den Präsidentenpalast in Ankara. Es ist wahrscheinlich, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nun bald Neuwahlen ankündigt. Als möglicher Termin gilt November.

Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP hatte bei der Parlamentswahl am 7. Juni ihre absolute Mehrheit verloren. Gespräche über eine Koalition zwischen der AKP und der rechtsnationalistischen MHP waren am Montag gescheitert – wie zuvor Verhandlungen mit der Mitte-Links Partei CHP. Die 45-Tage-Frist zur Regierungsbildung läuft an diesem Sonntag aus. Erdogan hatte deutlich gemacht, dass er die Frist nicht verlängern wolle. Er hofft bei Neuwahlen auf Zugewinne für die AKP.

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