IS-Video: Türkischer Präsident Erdoğan wird von Landsmann bedroht

Türkische Medien wollen die Identität des Türkisch sprechenden Terroristen im jüngsten Video der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgedeckt haben. Offenbar wurden die Drohungen gegen die Türkei und ihren Präsidenten von einem Landsmann ausgesprochen. Der Mann soll ein einfacher Süßwarenverkäufer sein.

Das Video der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) war Anfang der Woche aufgetaucht. Darin bedroht sie erstmals direkt die Türkei und ihren Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Die Terroristen fordern ihre Anhänger zur Eroberung Istanbuls auf. Gleichzeitig beschimpfen sie Erdoğan als Satan. Darin zu sehen ist unter anderem ein Türkisch sprechender IS-Anhänger, der Präsident Erdoğan als „Satan“ beschimpft. Istanbul und der Rest der Türkei müssten zudem von denjenigen zurückerobert werden, die gemeinsame Sache mit dem Westen machen würden.

Wie die türkische Zeitung Hürriyet unter Berufung auf ihre Kollegen der Vatan berichtet, handle es sich bei dem Sprecher um Fatih A., einen 47-jährigen Süßwarenverkäufer aus der nordwestlichen Provinz Bursa. Im Kreise der Terroristen agiere unter dem Codenamen Abu Ammar.

Der Mann sei verheiratet und habe vier Töchter. Nachbarn hätten ihn als harmlose Person beschrieben. Angeblich soll die Familie 2014 mit 100.000 Türkischen Lira in bar nach Syrien gegangen sein, um sich dort der Terrormiliz anzuschließen. Bevor er aus seiner Heimatstadt Kahramanmaraş nach Bursa gekommen sei, soll er kein besonders religöser Mensch gewesen sein. Einem Verwandten zufolge habe er noch nicht einmal gebetet.

In den Augen der Terroristen habe Erdoğan den Islam verraten. Er sei ein Mann, der sein Land an die USA und den Westen verkaufe und die US-geführte Anti-IS-Koalition gegen den IS unterstütze, berichtet die türkische Zeitung Sabah. Es sei jedoch notwendig, dass sich die Türken dem IS anschließen, um gegen die Atheisten, Kreuzfahrer und Teufel vorzugehen, die sie täuschten und so zu Sklaven der Kreuzfahrer machten.

„Die Türken sollten sich weigern, Demokratie, Säkularismus, menschliche Gesetze
und alle Arten von anderen Übeln zu akzeptieren“, so der unbekannte Terrorist in dem rund sieben Minuten langen Clip. Sie kämpfen im Namen Gottes, während die Ungläubigen im Namen Satans kämpfen“, zitiert ihn auch The Independent. Wer dem Weg Atatürks folge und die Scharia missachte, werde selbst zum Satan.

Am 20. Juli gab es in Suruc einen Selbstmordanschlag, bei dem 32 Zivilisten getötet wurden. Seitdem kommt das Land nicht zur Ruhe. Immer wieder werden Polizisten und Soldaten Opfer von Attacken. Seit dem 24. Juli wurden in einer Welle von Anti-Terror-Razzien in der Türkei rund 1.600 Menschen festgenommen.

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