Angst vor Anschlägen in der Türkei: Costa leitet seine Kreuzfahrtschiffe um

Im Zuge eines Terroranschlags auf das US-Konsulat in Istanbul Anfang dieses Monats, hat Costa Kreuzfahrten beschlossen, seine restlichen Anläufe der Türkei für das Jahr 2015 abzusagen. Nach Angaben des Unternehmens würden die drei Schiffe, die die Türkei anliefen, darunter Stationen in Izmir und Istanbul, nun auf Häfen in Griechenland, Italien und Malta umgeleitet werden.

Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Istanbul läuft Costa nun keine türkischen Häfen mehr an. (Foto: Flickr/ Costa Luminosa LidoDorado2 by Roderick Eime CC BY 2.0)

Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Istanbul läuft Costa nun keine türkischen Häfen mehr an. (Foto: Flickr/ Costa Luminosa LidoDorado2 by Roderick Eime CC BY 2.0)

Die drei Schiffe Costa neoclassi, die Costa Pacifica und die Costa Deliziosa werden in dieser Saison keine türkischen Häfen mehr anlaufen. Wie Costa erklärte, habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, um sicherzustellen, dass die Gäste ein tolles Urlaubserlebnis hätten und ihre Erwartungen erfüllt würden.

Alle betroffenen Gäste seien bereits am 17. August durch das Kreuzfahrtunternehmen informiert worden. Costa erteilt nun schon dem zweiten Mittelmeerland eine Absage. Erst im Mai wurden alle Fahrten nach Tunesien gestrichen, nachdem dort Kreuzfahrttouristen bei einem Landgang durch Terroristen ums Leben kamen.

Hintergrund der Unternehmensentscheidung sind die Ereignisse vom 10. August dieses Jahres, berichtet USA today. Angreifer eröffneten am Morgen das Feuer auf das US-Konsulat in Istanbul. Eine Angreiferin war danach gefasst und als Anhängerin der linksgerichteten Revolutionären Volksbefreiungsarmee identifiziert worden. Ihr Komplize konnte fliehen (mehr hier).

Bereits Ende Juli zog der deutsche Studienreiseanbieter Studiosus Konsequenzen. Wegen der riskanten Lage wurden alle Reisen in den Südosten der Türkei bis September abgesagt. Osttürkei-Kunden können kostenlos umbuchen (mehr hier).

Auch das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für die Türkei zuletzt am 10. August aktualisiert. Angesichts der angespannten Situation werde dringend empfohlen, sich nicht in der Nähe der Grenzen zu Syrien und Irak aufzuhalten und insbesondere Grenzanlagen zu meiden. Darüber hinaus gebe es Hinweise auf mögliche Anschläge auf die U-Bahn und Bushaltestellen in Istanbul.

Wie der Spiegel an diesem Donnerstag berichtet, sind unterdessen noch weitere Anbieter in Alarmbereitschaft. Demnach habe der Veranstalter Gebeco alle Termine einer Studienreise ans Schwarze Meer und nach Ostanatolien von der Marke Dr. Tigges bis Jahresende abgesagt. Der Türkei-Spezialist Öger Tours habe eine Rundreise gestrichen, die unter anderem nach Van, Mardin und Diyabakir nach Ostanatolien führen sollte. Istanbul-Reisen seien hingegen nicht betroffen, heißt es. Aida Cruises habe derweil Istanbul bei einer Kreuzfahrt der Aidastella im August aus dem Programm genommen.

Die TUI hingegen habe weiterhin die Türkische Ägäis und Riviera sowie Istanbul im Programm. TUI Cruises beobachte die Lage sehr genau. Ebenso DER Touristik, deren Reisen an die türkische Riviera und türkische Ägäis nach wie vor uneingeschränkt angeboten würden.

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