Zentralrat der Muslime: Flüchtlingskrise ist die Quittung für eine falsche EU-Politik

Der Zentralrat der Muslime macht für die derzeitige Flüchtlingskrise auch eine geopolitische Kurzsichtigkeit Europas verantwortlich. Die Politik der EU im Zuge des Arabischen Frühlings in Nordafrika und Nahost sei fehlerhaft und zögerlich gewesen. Es hätte eines Marshall-Plans bedurft. Stattdessen gab es Ignoranz.

«Die Europäische Union zahlt nun die Zeche für ihre fehlerhafte und zögerliche Politik während des Arabischen Frühlings in Nordafrika und Nahost», sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag).

Während der Umbrüche in der arabischen Welt vor vier Jahren hätte es aus seiner Sicht eines «Marshallplans für den Nahen Osten» zur politischen und wirtschaftlichen Unterstützung der betroffenen Länder bedurft, so die dpa. Stattdessen seien die Staaten sich selbst überlassen worden. Dies räche sich nun, betonte Mazyek mit Blick auf Konfliktländer wie Syrien, Libyen oder Ägypten. «Für Europa erwächst daraus die Verantwortung, sich nicht vor denjenigen zu verschließen, die nun aus der Krisenregion fliehen.»

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