Buchpreisträger Kermani attackiert Islamisten

Der Islam gibt nach Worten des diesjährigen Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani, zur Zeit ein «verheerendes und fürchterliches Bild» ab. Das Kernproblem sei «ein völliger Bruch mit seiner geistigen, spirituellen und ästhetischen Tradition», sagte der Schriftsteller und Orientalist.

Kermani nannte es gegenüber  dem «Kölner Stadt-Anzeiger» ein Missverständnis, zu glauben, der Islam müsse erst einmal in der Moderne ankommen. «Der Fundamentalismus wendet sich gerade gegen die Tradition und will sie abschaffen, indem er an einen behaupteten Uranfang zurückkehrt und sich vermeintlich authentisch auf den Koran bezieht, dabei aber eine 1400-jährige Deutungsgeschichte negiert. Diese Ausrottung der eigenen Tradition ist das eigentlich Erschütternde, wenn man heute islamische Länder bereist», so der 47-Jährige.

Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2015 mahnt: Christentum habe seine Tradition ungleich besser bewahrt als der Islam. “ Tradition, die unterdrückt und abgewürgt wird, werde zur Gefahr, so Kermani. „Sie kehrt nämlich zurück. Als Zombie.“

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