Luftangriffe auf IS in Syrien: Türkei kämpft nun mit im Bündnis

Die Türkei flog schon im Juli vereinzelte Luftschläge gegen die Terrormiliz IS in Syrien. Vor allem aber konzentrierte sich die Armee auf den Kampf gegen die PKK. Nun hat sich Ankara dem US-geführten Bündnis gegen den IS mit Luftangriffen angeschlossen.

Die Türkei hat sich mit Luftangriffen erstmals am Kampf des internationalen Bündnisses gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligt. Die Luftwaffe habe in der Nacht zum Freitag in Syrien Einsätze als Teil der von den USA angeführten Militärallianz geflogen, teilte das Außenministerium am Samstag mit.  „Terrororganisationen“ wie der IS bedrohten die nationale Sicherheit der Türkei, hieß es. Man werde deren Bekämpfung entschlossen weiterführen. Der IS hat im Irak und in Syrien große Gebiete erobert und dort ein Kalifat ausgerufen.

Nach einem dem IS zugeschriebenen schweren Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe schon einmal Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen. Danach hatte sie zunächst vor allem Stellungen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) angegriffen. Die PKK ihrerseits verübt fast täglich tödliche Anschläge auf türkische Sicherheitskräfte. Der syrische Ableger der PKK – die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) – kämpft in Nordsyrien gegen den IS. Die PKK wird von der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Nach zähen Verhandlungen hatte das Nato-Land Türkei den USA Ende Juli die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik erlaubt. Damit verkürzen sich die Flugzeiten der US-Kampfjets deutlich, die IS-Ziele in Syrien angreifen.

Kritiker warfen der islamisch-konservativen Regierung der Türkei vor, unter dem Deckmantel der Bekämpfung des IS vor allem gegen die PKK vorzugehen. Zuvor war immer wieder kritisiert worden, dass die Türkei eine Behandlung verletzter IS-Kämpfer in türkischen Krankenhäusern erlaube und die Durchreise von IS-Anhängern aus dem Ausland nach Syrien nicht stoppe.

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