UNICEF: 13 Millionen Kinder in Krisengebieten gehen nicht zur Schule

Wegen der brutalen Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika gehen laut einem aktuellen UNICEF-Bericht derzeit 13 Millionen Kinder nicht zur Schule. Die fehlenden Bildungs- und Zukunftsperspektiven ihrer Kinder sind ein Grund für Familien aus den Krisengebieten, ihre Heimat zu verlassen und Zuflucht in Europa zu suchen. Der mit Abstand größte Teil der rund vier Millionen syrischen Flüchtlinge hält sich nach wie vor in den Nachbarländern Libanon, Jordanien, Irak und Türkei auf.

Länder, die sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben wie zum Beispiel Libanon, sind überlastet und nicht in der Lage, so viele Kinder in die Schulen zu integrieren. (Foto: Flickr/ British teachers observe a lesson in a temporary school at the Zaatari refugee camp, Jordan by DFID - UK Department for International Development CC BY 2.0)

Länder, die sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben wie zum Beispiel Libanon, sind überlastet und nicht in der Lage, so viele Kinder in die Schulen zu integrieren. (Foto: Flickr/ British teachers observe a lesson in a temporary school at the Zaatari refugee camp, Jordan by DFID – UK Department for International Development CC BY 2.0)

Der Libanon, Jordanien, Irak und Türkei bemühten sich mit Unterstützung von UNICEF, die Kinder in die Schule zu bringen, so das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Trotzdem habe dort über die Hälfte der Mädchen und Jungen keine Chance auf Bildung. UNICEF ruft deshalb dringend zu mehr Unterstützung für Kinder in den syrischen Nachbarländern auf.

„Die zerstörerischen Folgen von Konflikten bekommen Kinder in der ganzen Region zu spüren“, so Peter Salama, der UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, in einer Mitteilung, die den Deutsch Türkischen Nachrichten vorliegt. „Nicht nur Schulen liegen in Trümmern, sondern auch die Träume und Zukunftsaussichten einer ganzen Generation von Schulkindern.“

Der Report „Education Under Fire” zeige, dass verschiedene Faktoren zur Bildungsnot der Kinder beitragen: Fast 9.000 Schulen in Syrien, Irak, Jemen und Libyen sind zerstört oder nicht benutzbar, Tausende Lehrer sind geflohen, und vielerorts schicken Eltern ihre Kinder nicht zum Unterricht, weil der Schulweg lebensgefährlich ist.

Länder, die sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben wie zum Beispiel Libanon, sind überlastet und nicht in der Lage, so viele Kinder in die Schulen zu integrieren. Wirtschaftliche Not führt dazu, dass immer mehr Flüchtlingskinder arbeiten müssen oder schon als Teenager verheiratet werden. In der Folge haben in der Türkei, im Libanon, im Irak, in Jordanien und Ägypten durchschnittlich 53 Prozent der syrischen Flüchtlingsmädchen und -jungen im Schulalter keinen Zugang zu Bildung.

UNICEF betreibt unter anderem Schulen in den Flüchtlingscamps in Jordanien, unterstützt 600 Schulclubs mit Aufholkursen innerhalb Syriens, stattet Campschulen in der Türkei mit Möbeln und Lernmaterial aus und verteilt Schulrucksäcke, Hefte und Stifte an vertriebene Kinder im Irak. Um mehr Flüchtlingskindern in ihrer Heimatregion Bildung und Zukunftsperspektiven zu ermöglichen, werden allerdings dringend mehr Spenden benötigt. Bisher wurden nur zwei Prozent der internationalen Nothilfe-Gelder für Bildungsprogramme zur Verfügung gestellt.

UNICEF ruft weiterhin zu Spenden auf: UNICEF, Konto 300 000, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00, Stichwort: Syrien.

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