Ungewöhnlicher Plan: Ägyptischer Milliardär will Flüchtlingen eine Insel kaufen

Ein ägyptischer Milliardär will Flüchtlingen mit einer großzügigen Geste einen Neuanfang vor den Toren Europas ermöglichen. Die Migranten sollen sich auf einer Mittelmeerinsel niederlassen, die er Griechenland oder auch Italien abkaufen möchte. Die Kosten dafür schätzt er auf etwa 90 Millionen Euro.

Auf der Insel sollen die Flüchtlinge wie „menschliche Wesen“ behandelt werden. (Foto: Flickr/ Cala St. Vincen by Luke Wisley CC BY 2.0)

Auf der Insel sollen die Flüchtlinge wie „menschliche Wesen“ behandelt werden. (Foto: Flickr/ Cala St. Vincen by Luke Wisley CC BY 2.0)

Der ägyptische Vorstandsvorsitzende und größte Aktionär des Telekommunikationsunternehmens Orascom Telecom, Naguib Sawiris, nimmt die aktuelle Flüchtlingskrise selbst in die Hand. Er bot in dieser Woche an, eine Insel im Mittelmeer zu erwerben, damit sich dort Flüchtlinge in Ruhe niederlassen könnten. Für realistisch hält er diesen ungewöhnlichen Plan für allemal.

Seine kostspielige und nach eigener Einschätzung auch verrückte Idee verbreitete der schwerreiche Sawiris am vergangenen Dienstag über Twitter:

Sein Plan erscheint aus seinem Munde fast schon simpel: „Griechenland oder Italien verkaufen mir eine Insel, ich rufe die Unabhängigkeit aus, bringe die Migranten unter und verschaffe ihnen Arbeitsplätze beim Aufbau ihres neuen Landes.“ Für machbar halte er ein solches Vorhaben auf alle Fälle, berichtet Forbes. Er bestehe darauf, dass er das Ganze ziemlich ernst meine. Nach Ansicht des Milliardärs gäbe es jedenfalls genug verlassene Inseln, um Hunderttausenden Menschen einen Neuanfang zu ermöglichen.

Den Kaufpreis pro Insel schätzt Sawiris zwischen zehn und 100 Millionen Dollar. Der Fokus sollte seiner Meinung nach jedoch auf Investitionen in die hiesige Infrastruktur liegen. Priorität hätten ihm zufolge dann erst einmal vorübergehende Unterkünfte, die errichtet werden müssten. Anschließend sollten die Flüchtlinge angehalten werden, selbst Häuser, Schulen, Universitäten und Krankenhäuser zu bauen.

Ob Griechenland oder Italien bei seinen Plänen mitspielten, davon ist  jedoch selbst der Chef des Mobilfunkunternehmens Orascom TMT noch nicht völlig überzeugt. Könne er diese aber tatsächlich umsetzen, würden Flüchtlinge dort zumindest wie „menschliche Wesen“ behandelt.

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