Gräuel in Palmyra: Das steckt hinter der IS-Zerstörungswut

Mit der Zerstörung kulturhistorischer Schätze in Syrien will die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Meinung von Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer die Geschichte der Menschheit neu schreiben. Die Ruinenstadt Palmyra sei ein Symbol für kulturelle Vielfalt, sagt der Sozialwissenschaftler. Menschen verschiedenster Religionen und Herkunftsländer seien dort aufeinandergetroffen - ohne einander zu bekriegen.

Die Terrormiliz zerstört in Palmyra unwiderbringliche Schätze der Menschheit. (Foto: Flickr/ Palmyra by Varun Shiv Kapur CC BY 2.0)

Die Terrormiliz zerstört in Palmyra unwiderbringliche Schätze der Menschheit. (Foto: Flickr/ Palmyra by Varun Shiv Kapur CC BY 2.0)

«Wenn es dem IS gelänge, Palmyra zu zerstören, würde er auch ein sichtbares Zeugnis einer Zeit vernichten, in der Christen und Muslime eine friedliche Gemeinschaft gebildet haben», sagte der Experte der Wochenzeitung «Die Zeit».

IS-Extremisten haben im zentralsyrischen Palmyra zuletzt den rund 2000 Jahre alten, weltberühmten Baaltempel gesprengt und angekündigt, alle Gebäude in dem Unesco-Weltkulturerbe in Schutt und Asche zu legen.

Laut Heitmeyer wollen die IS-Führer «eine unantastbare überlegene kulturelle Identität und Ordnung erschaffen». Dafür müsse die Erinnerung an andere Kulturen ausgelöscht werden. Der Experte des Bielefelder Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung fügt hinzu, solche Taten seien oft die Folge massiver Unterlegenheitsgefühle. Akteure, «die sich selbst als Opfer wahrnehmen, werden gefährlich, wenn sich ihre Ohnmacht plötzlich in Allmacht verwandelt».

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