Ziel Deutschland: Warum fliehen Flüchtlinge von der Türkei weiter nach Europa?

Tausende Flüchtlinge sind allein am vergangenen Samstag in Deutschland angekommen. Für sie ist die Bundesrepublik das gelobte Land. In Staaten wie der Türkei sehen sie für sich kaum Perspektiven. Die ständige Angst, zurückgeschickt zu werden, ist omnipräsent

Den Syrern wird in der Türkei nur «vorrübergehender Schutz» gewährt. (Foto: Flickr/ A Syrian refugee boy by Freedom House CC BY 2.0)

Den Syrern wird in der Türkei nur «vorrübergehender Schutz» gewährt. (Foto: Flickr/ A Syrian refugee boy by Freedom House CC BY 2.0)

Die Türkei hat rund zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen. 25 Lager ließ die Regierung errichten, doch nur ein Bruchteil der Syrer (rund 262 000) ist dort untergebracht. Außerhalb der Camps sind sie auf sich alleine gestellt und leben teils unter miserablen Bedingungen. Viele sehen die Weiterreise nach Europa als einzigen Ausweg.

Die syrischen Flüchtlinge dürfen in der Türkei nicht arbeiten. Werden sie schwarz beschäftigt, wird der Job oft so schlecht bezahlt, dass es nicht zum Leben reicht, so die dpa. Für Andrew Gardner von Amnesty International ist die mangelnde Versorgung mit Lebensmitteln eines der Hauptprobleme in der Türkei. Die Menschen seien von Hilfslieferungen abhängig und wüssten nicht, wie sie über die Runden kommen sollten. Zehn Prozent der Syrer sind obdachlos, einige finden Unterschlupf in halb verfallenen Häusern.

Hinzu kommt die ständige Angst, zurückgeschickt zu werden. Den Syrern werde in der Türkei nur «vorrübergehender Schutz» gewährt, kritisiert Mustafa Rollas vom Menschenrechtsverein IHD. Die Türkei erlaube den Flüchtlingen zu bleiben, biete ihnen jedoch keine Rechtssicherheit. Wenn sich daran nichts ändere, würden noch mehr Menschen im Mittelmeer sterben, so Rollas.

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