Südosttürkische Stadt Cizre von Außenwelt abgeschnitten

Die südosttürkische Stadt Cizre ist nach Angaben von Menschenrechtlern von der Außenwelt abgeschnitten. Die Einwohner hätten am Sonntag keinen Zugang zu Telefon, Internet und Elektrizität gehabt, bestätigte Emirhan Ulusal vom Menschenrechtsverein IHD der Deutschen Presse-Agentur entsprechende Medienberichte. Niemand werde in die Stadt herein- oder aus ihr herausgelassen.

Die Zeitung «Cumhuriyet» hatte am Samstag unter Berufung auf die Bürgermeisterin Leyla Imret berichtet, in der Stadt lieferten sich Sicherheitskräfte und Anhänger der Terrororganisation PKK schwere Gefechte. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet worden.

Berichte über die Stürmung der Stadt durch die türkische Armee wurden zunächst nicht bestätigt. Am Freitag wurde nach IHD-Angaben eine Ausgangssperre verhängt. Cizre gilt als PKK-Hochburg.

Die PKK liefert sich im Südosten der Türkei seit Wochen Gefechte mit Sicherheitskräften. Teile der Region wurden zu militärischen Sicherheitszonen erklärt. Die PKK verübt zudem fast täglich tödliche Anschläge auf Polizisten und Soldaten. Die Armee wiederum fliegt Luftangriffe auf Stellungen der Organisation im Nordirak und der Türkei.

Seitdem der Waffenstillstand zwischen PKK und türkischer Regierung Ende Juli beendet wurde, eskaliert die Gewalt in der Türkei.

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