Schwere Gefechte in der Südosttürkei: Kurdenpolitiker Demirtaş bricht Deutschlandreise ab

Der türkische Oppositionspolitiker der Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtaş, hat seinen Deutschlandbesuch wegen eines Anschlags kurdischer PKK-Rebellen und schwerer Gefechte mit der Armee abgebrochen. Er sei am Montag noch vor Beginn der offiziellen Termine zurück in die Heimat gereist, teilten die Grünen mit, die Demirtas eingeladen hatten.

Demirtaş hatte sich mit Grünen-Chef Cem Özdemir, Bundestagspräsident Norbert Lammert und SPD-Chef Sigmar Gabriel treffen wollen.

Bei einem Anschlag der Terrororganisation PKK in der südosttürkischen Provinz Hakkari sind mehrere Soldaten getötet und verletzt worden. Die genaue Zahl der Opfer sei noch unklar, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Sonntagabend. Zwei Armeefahrzeuge seien in Daglica in eine Sprengfalle geraten. Anschließend hätten sich Soldaten und PKK-Kämpfer schwere Gefechte geliefert, bei denen auch PKK-Kämpfer getötet worden seien. Die Armee habe einen großangelegten Einsatz gegen die PKK in der Region gestartet und fliege auch Luftangriffe.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte der Agentur Anadolu zufolge in einer ersten Reaktion, der Kampf in der Region werde mit noch größerer Entschlossenheit weitergeführt.

Seit dem Ende des Waffenstillstands zwischen PKK und türkischer Regierung Ende Juli liefern sich PKK-Kämpfer und Sicherheitskräfte regelmäßig Gefechte. Die PKK verübt fast täglich tödliche Anschläge auf Soldaten und Polizisten. Die Armee wiederum fliegt Luftanschläge auf PKK-Stellungen im Nordirak und der Türkei.

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