Suche erfolglos: Türken vergessen 65 Millionen Lira auf ihren Bankkonten

Ihre Konten sind seit zehn Jahren unangetastet. Niemand kümmert sich um die Einlagen. Türkische Institutionen haben sich jetzt alle Mühe gegeben, die Sparer ausfindig zu machen - ohne Erfolg. Dabei geht es um ganze 65 Millionen Türkische Lira, umgerechnet etwa 21, 62 Millionen US-Dollar.

Des einen Freud, des anderen Leid. Dieses Sprichwort dürfte derzeit wohl auf eine ganze Reihe türkischer Sparer zutreffen. Fleißig hatten sie eingezahlt. Doch vor zehn Jahren war Schluss. Seither sind ihre Einlagen verwaist. Alle Rufe, die Besitzer der Gelder doch noch ausfindig zu machen, verhallten.

Nach einer Dekade Dornröschenschlaf waren die türkischen Institutionen gezwungen zu handeln. Denn: Gemäß Artikel 62 des türkischen Bankenkodex Nr. 5411 verlieren Empfänger von Einlagen, Fonds, Wertpapieren und Vermögenswerten ihre Ansprüche auf diese Konten, wenn sie die Beträge in zehn Jahren nicht antasten.

Die Banken traten deshalb den Weg nach vorn an. Auf ihren Internetseiten informierten sie via Listen öffentlich. Bis zum 15. Juni 2015 hatten die Kunden Zeit, sich mit ihrem Geldinstitut in Verbindung zu setzen, so die türkische Zeitung Sabah. Gleich tat es den Häusern der türkische Bankenverband. Ebenalls ohne Erfolg.

Nach Angaben des Saving Deposit Insurance Fund (TMSF) erreichten die Aufrufe nur wenige Begünstigte. Die Konsequenz: Die fraglichen Einlagen, Gelder und Vermögenswerte in Höhe von 64,8 Millionen Türkische Lira, einschließlich Verzögerungszinsen, werden jetzt dem TMSF übertragen.

In Zukunft könnte diese Summe übrigens noch deutlich höher ausfallen. Mit Stichtag
31. Dezember 2014, sollen 36,3 Milliarden Türkische Lira  auf Ruhekonten vergessen worden sein, so das Blatt weiter. Die Anzahl der an den TMSF gemeldeten Accounts soll bei rund 299.429 gelegen haben. Ruhekonten gehören übrigens nicht nur Individuen, sondern auch Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften und sogar politischen Parteien.

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