Autobranche fürchtet Marktverlust an Digitalunternehmen

Selbstfahrende Autos und innovative Lösungen zur Digitalisierung der Autobranche sind nicht mehr nur Aufgabe der deutschen Autobauer. Vielmehr drängen immer mehr Digitalunternehmen in den Markt. Die Konkurrenz wächst. Auch beim neuen digitalen Testfeld auf der A9 werden eben nicht nur die klassischen Unternehmen der Autobranche vertreten sein.

Das neue Digitale Testfeld Steht nicht nur den herkömmlichen Automobilherstellern zukünftig zur Verfügung. (Foto: Screenshot BMVi)

Das neue Digitale Testfeld Steht nicht nur den herkömmlichen Automobilherstellern zukünftig zur Verfügung. (Foto: Screenshot BMVi)

Namen wie Apple, Google und Microsoft fielen in den vergangenen drei Jahren immer häufiger auch, wenn es um die Automobilbranche ging. Und dabei war nicht nur von eigenen Kartendiensten, sondern vielmehr auch um die grundsätzliche Vernetzung in Autos bis hin zum Entwurf eigener Autos die Rede. Bei den klassischen Unternehmen aus der Automobilbranche wird dies mit zunehmender Skepsis beobachtet.

Jedes zweite Unternehmen aus der Autobranche sieht in Digitalunternehmen wie Google, Apple  und Microsoft mittlerweile eine Konkurrenz bei der Entwicklung disruptiver Neuerungen im Automobilsektor. Für 22 Prozent handelt es sich bei en Digitalunternehmen sogar um „sehr starke“ Konkurrenz, wie eine Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien BITKOM zeigt.

Um dem entgegenzuwirken, kaufen einige Autoproduzenten bereits Softwarehersteller oder andere Digitalunternehmen auf. Für den Nokia Kartendienst Here beispielsweise legten Audi, BMW und Daimler 2,8 Milliarden Euro auf den Tisch. Und der Reifenhersteller Continental gab im Mai dieses Jahres die Übernahme des Software-Spezialisten Elektrobit Automotive bekannt. Neben der Vernetzung der Autos spielen auch selbstfahrende Autos eine immer wichtigere Rolle und auch hier sind die Digitalunternehmen mit dabei.

Während Apple noch am iCar arbeitet und eine Kooperation mit deutschen Automobilherstellern anstrebt, fahren Googles erste autonome Fahrzeuge bereits durch Kalifornien. Kein Wunder, es ist ein vielversprechendes Geschäft. Allein in Deutschland rechnet man in den nächsten Jahren mit Umsätzen bei selbstfahrenden Autos in Milliardenhöhe. VW-Chef Winterkorn erwartet 90.000 verkaufte Connected Cars in Europa in den kommenden fünf Jahren.

Wie stark Digitalunternehmen mittlerweile auch in Deutschland schon mit der Automobilbranche verwoben sind, zeigt auch die „Innovationscharte für das Digitale Testfeld Autobahn“, die Verkehrsminister Dobrindt nun unterschrieben hat. Auf der Autobahn A9 in Bayern soll das Testfeld errichtet werden. „ Auf dem Digitalen Testfeld Autobahn werden zukunftsweisende Technologien des automatisierten und vernetzten Fahrens unter realen Bedingungen erprobt“, heißt es von Seiten des Bundesverkehrsministeriums.

Dafür werde die Infrastruktur der Strecke volldigitalisiert, mit Sensorik ausgestattet und mit innovativen Projekten entlang der A9 verknüpft. Noch in diesem Jahr sollen erste Maßnahmen ergriffen werden. „Das Digitale Testfeld Autobahn ist ein technologieoffenes Angebot an Industrie und Forschung und kann von allen innovationswilligen Interessensgruppen aus Automobilindustrie, Digitalwirtschaft und Wissenschaft aus dem In- und Ausland genutzt werden.“

„Die Einrichtung des Digitalen Testfelds auf der A9 ist ein großer Schritt nach vorn und ein wesentlicher Baustein, damit Deutschland die weltweit führende Rolle im Zukunftsmarkt vernetzter Mobilität übernehmen kann“, sagte Thorsten Dirks von BITKOM. „Unsere Hersteller und Zulieferer wollen beim vernetzten und automatisierten Fahren an der Spitze sein, dafür investieren wir allein in den kommenden drei bis vier Jahren 16 bis 18 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung in diesen Bereich“, so Matthias Wissmann von dem Verband Automobilindustrie.

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