Türkische Großoffensive: Mehr als 50 Kampfjets bombardieren PKK-Stellungen im Irak

Als Reaktion auf den verheerenden Anschlag mit 16 Toten in Daglica haben die türkischen Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag eine Großoffensive gestartet. Die Luftwaffe flog mit mehr als 50 Kampfjets in den Nordirak. Der türkische Premier Davutoğlu hatte zuletzt eine deutliche Warnung ausgesprochen: Man wolle die Region von den Terroristen säubern.

Nach dem Tod von 16 türkischen Soldaten am vergangenen Wochenende hat die Türkei in der Nacht auf Dienstag einen Großeinsatz in den Kandil-Bergen geflogen. Die Luftwaffe entsandte 35 Kampfjets des Typs F-16 und 18 des Typs F-4, um dort bekannte PKK-Stellungen zu bombardieren.

Bei der aktuellen Militäroffensive sollen ersten Erkenntnissen zufolge 35 bis 40 Terroristen umgekommen sein, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet am Dienstag. Insgesamt hätten sich die Angriffe der Luftwaffe gut sechs Stunden hingezogen.

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu demonstrierte unterdessen ebenso wie Präsident Erdoğan Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Bereits am Montag kündigte er an, dass man die Region von den Terroristen säubern werde. Ganz gleich, was passiere und um jeden Preis. Das Ziel sei klar – es gelte, die öffentliche Ordnung und die Dominanz der legitimen Sicherheitskräfte in jeder Ecke und jedem Zentimeter der Türkei zu etablieren.

Unterdessen kam es am Dienstag zu einem weiteren Anschlag, diesmal auf einen mit Polizisten besetzten Minibus. Dabei sollen nach jüngsten Erkenntnissen 13 Beamte ums Leben gekommen sein (mehr hier).

Am Wochenende schlug die PKK mit voller Wucht zu. In der Provinz Hakkari wurden 16 Soldaten getötet, als sie in einen Hinterhalt gerieten. Es war der schwerste Anschlag, seit der mehr als zwei Jahre andauernde Waffenstillstand zwischen der Türkei und der PKK im Juli beendet wurde.

Seit Juli wurden mehr als 90 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet.

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