Fasten bis zum Tod: HDP-Politikerin Leyla Zana kündigt drastischen Protest an

Die kurdischstämmige Politikerin Leyla Zana hat mit einer radikalen Drohung das Ende der Gewalt in der Türkei gefordert. Die türkische Regierung und die PKK müssten endlich zu einem Waffenstillstand kommen. Geschehe das nicht, so will Zana ein Todesfasten beginnen.

Leyla Zana kann die anhaltende Gewalt nicht mehr ertragen. (Screenshot YouTube)

Leyla Zana kann die anhaltende Gewalt nicht mehr ertragen. (Screenshot YouTube)

Die HDP-Politikerin stellte ihre Forderung am Donnerstag auf einer Kundgebung ihrer prokurdischen Partei in Idil in der Provinz Şırnak. Sie könne das Töten nicht länger mit ansehen. Sie ziehe es daher vor, zu sterben.

Die 54-jährige Parlamentarierin, die lange Zeit wegen Separatismusvorwürfen im Gefängnis saß, erklärte auf ihrem Weg nach Cizre:

Lasst uns zu sterben, damit die jungen Leute nicht sterben. Wenn wird das Morden nicht aufhalten können, werde ich mit dem Todesfasten beginnen. Ich würde lieber sterben, als dieses Töten mit anzusehen.

Zana lobte in ihrer Ansprache den bisherigen Friedensprozess. Die Kurden seien als gleichwertige Partner betrachtet worden. Und das zum ersten Mal in der Geschichte Kurdistans. PKK-Chef Öcalan sei als Partner gesehen worden, ebenso wie die nun ins Parlament eingezogene Partei. Das alles sei sehr wichtig und werde von ihr nicht auf die leichte Schulter genommen.

Zuletzt machte der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan allerdings den HDP-Chef Selahattin Demirtaş für das Chaos in der Türkei verantwortlich. Das Stocken des Friedensprozesses sei auf die Unfähigkeit von Demirtaş und der HDP zurückzuführen (mehr hier).

Nach ihrer Rede schloss sich Zana einem Marsch nach Cizre zusammen mit fast 5.000 Kurden an, die sich außerhalb eines Kulturzentrums in İdil versammelt hatten. Mit dabei war auch HDP-Chef Selahattin Demirtaş.

Die türkische Luftwaffe hat erneut massive Angriffe auf Stellungen der Terrorganisation PKK im Nordirak geflogen. Nach ersten Erkenntnissen seien bei den Luftschlägen in der Nacht zum Freitag mindestens 60 Terroristen getötet worden. Unterdessen kam es am Freitag erneut zu einer tödlichen Attacke in der südosttürkischen Provinz Diyarbakır.

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