Katastrophe in Mekka: Umgestürzter Baukran tötet mehr als 100 Menschen

Bilder der Zerstörung, aufgenommen am zentralen Heiligtum des Islams: In Mekka stürzt ein Baukran auf eine Moschee. Dutzende werden getötet, noch mehr verletzt.

Grund für das Unglück waren Medien zufolge starker Wind und Regen. (Screenshot YouTube)

Grund für das Unglück waren Medien zufolge starker Wind und Regen. (Screenshot YouTube)

Kurz vor der großen jährlichen islamischen Pilgerfahrt sind nach Angaben von Rettungskräften mitten in Mekka beim Umsturz eines Baukrans mehr als 100 Menschen getötet und 238 verletzt worden.

Das Unglück ereignete sich zur Zeit des Gebets zum Sonnenuntergang auf dem Gelände der großen Heiligen Moschee, des zentralen Heiligtums des Islams. Der Kran stürzte auf ein Dach der Moschee. Arabische Fernsehsender zeigten Bilder von Trümmern, Blut und Leichen.

Grund für das Unglück waren Medien zufolge starker Wind und Regen. In den vergangenen Tagen hatte es im Nahen Osten immer wieder schwere Stürme gegeben. Der Kran war Teil eines Bauprojektes, mit dem die Flächen für die Pilger erweitert werden sollen, um gefährliches Gedränge zu verhindern.

Die saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete, die Krankenhäuser der Stadt seien in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Es seien zusätzliche Blutkonserven bereitgestellt, um die große Zahl der Verletzten zu behandeln.

In Mekka beginnt in der übernächsten Woche der Hadsch, die wichtigste Wallfahrt der Muslime. Erwartet werden auch diesmal wieder Millionen Gläubige. Im Hof der Heiligen Moschee ist die Kaaba, das würfelförmige Heiligtum der Muslime, so die dpa.

Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islams. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern.

Immer wieder kommt es dabei aber auch zu tödlichen Unglücken: Beim schwersten – im Jahr 1990 – starben bei einer Massenpanik mehr als 1400 Menschen. Im Jahr 2006 starben bei einer Massenpanik mehr als 350 Menschen. Im Jahr 1979 griffen während des «Hadsch» bewaffnete Attentäter die Heilige Moschee an und nahmen die Gläubigen als Geiseln. Hunderte Menschen starben damals.

Inzwischen wird Mekka von den saudischen Sicherheitskräften stark überwacht. Und es wird mächtig gebaut: Die Wallfahrtsstrecke wurde erweitert und das einstige Nadelöhr, die Brücke bei Mina, auf mehrere Ebenen ausgebaut.

Eine neue Metro transportiert seit vier Jahren Hunderttausende Wallfahrer, die nicht laufen wollen, zwischen den Heiligen Stätten. Die Pilgerstadt ist zu einer modernen Metropole geworden. Das US-Nachrichtenmagazin «Time» schrieb vor einem Jahr, dass der Bautätigkeit in Mekka jedoch viele historische Stätten zum Opfer fallen.

Vor der Naturgewalt bot all dies nun keinen Schutz. Mehr Einzelheiten zu dem Unglück gab es zunächst nicht. Die saudische Behörden ordneten eine Untersuchung an. Aufgrund der vielen Verletzten, dürfte die Zahl der Toten noch weiter steigen.

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