Kurden-Politiker: Deutsche Stiftungen verantwortlich für Chaos in Türkei

Ein kurdischer Politiker macht die deutschen Stiftungen für das aktuelle Chaos in der Türkei verantwortlich. Diese würden in dem Land politisch und nachrichtendienstlich operieren, um es zu destabilisieren. Er fordert deren Ausweisung und ein Boykott gegen deutsche Waren. Zuvor war die Konrad-Adenauer-Stiftung maßgeblich am Umsturz der Janukowitsch-Regierung in der Ukraine beteiligt.

Aufgestachelt von der HDP und ihren Unterstützern im Ausland, ziehen bewaffnete Linksextremisten durch Istanbuls Viertel. (Quelle: sondakika.com)

Aufgestachelt von der HDP und ihren Unterstützern im Ausland, ziehen bewaffnete Linksextremisten durch Istanbuls Viertel. (Quelle: sondakika.com)

Der kurdische Politiker Cemal Toptancı erhebt schwere Vorwürfe gegen deutsche Stiftungen, die in der aktiv sind. Er ist der Ansicht, dass jene Stiftungen eine herausgehobene Rolle bezüglich der aktuellen Ereignisse in der Türkei haben.

Im Gespräch mit der Zeitung Yeni Akit sagt er:

„Deutschland operiert in der Türkei über eine Reihe von Stiftungen. Zu den aktivsten zählen die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung. Diese gehen besonders hinterhältig vor. Ihr Ziel ist das Ausspionieren der sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Sphären der Türkei (…) Insbesondere die Konrad-Adenauer-Stiftung arbeitet auf die Destabilisierung der Türkei hin. Deutschland stuft den Aufstieg der Türkei in der Region als eine Bedrohung für seine geopolitischen Interessen ein. Die deutschen Stiftungen müssen unverzüglich außer Landes verwiesen werden. Ein Boykott deutscher Waren muss unbedingt überdacht werden.“

Toptancı sagt, dass die HDP-Kommunen wirtschaftlich über die KfW-Bank und politisch über die deutschen Stiftungen unterstützt wird. Deutschland verfolge den Gedanken, dass der Südosten der Türkei in verschiedene „Kantone“ gespalten wird. Den HDP-Chef Selahattin Demirtaş bezeichnet der kurdische Politiker hingegen als „Marionette“, der diesem Zweck diene.

Ob die deutschen Stiftungen tatsächlich an der Destabilisierung der Türkei mitwirken, bleibt unklar.

Doch die Konrad-Adenauer-Stiftung war im Jahr 2013 maßgeblich am Umsturz der Janukowitsch-Regierung in der Ukraine beteiligt. Dazu wurde die Udar-Partei unter dem Ex-Boxer Vitali Klitschko sowohl finanziell als auch politisch unterstützt. Die Unruhen in der Ukraine sind auf die emsige Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung zurückzuführen.

Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten berichten: „Am Sturz der Regierung Janukowitsch war die CDU-nahe Organisation maßgeblich beteiligt. Als Janukowitsch seine Unterschrift unter das EU-Assoziierungsabkommen verweigerte, forderte die Konrad-Adenauer-Stiftung, ,eine klare Botschaft aus Deutschland und Brüssel an Kiew´ zu senden. Sie unterstützte folglich alle Oppositionsparteien, die sich zu dem Abkommen mit der EU bekannten. Neben Klitschkos UDAR und Jazenjuks Vaterlands-Partei zählte die Adenauer-Stiftung im Juli 2013 auch die rechtsextreme Swoboda-Partei zu den drei ,demokratischen Oppositionsfraktionen´, obwohl diese ,ihre Anlehnung an die nationalsozialistische Ideologie der NSDAP nie verborgen hat´.

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