Grünen-Chef Özdemir: In der Flüchtlingskrise sind die muslimischen Gemeinden gefragt

Der Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat davor gewarnt, Fehler der früheren Einwanderungspolitik in Deutschland zu wiederholen. Herkunft, Ethnie, Religion seien für jeden Menschen wichtig. «Aber wer in die Bundesrepublik eintritt, der muss verstehen, dass diese Identitätsmerkmale dann an die zweite Stelle rücken.»

«Wir sind das Land des Grundgesetzes. Hier gilt Gleichberechtigung von Mann und Frau, und hier gilt Religionsfreiheit», sagte der Grünen-Chef der «Welt am Sonntag». Das bedeute «auch die Freiheit, auf Religion in seinem Leben zu verzichten oder sie zeitgemäß auszulegen».

Dabei seien auch die muslimischen Gemeinden in Deutschland gefragt. «Auch sie werden sich ändern müssen», meinte Özdemir. «Wir brauchen in Deutschland einen Islam, der sich auf der Basis unserer Verfassung freientwickeln kann.»

Özdemir plädierte dafür, jedem Flüchtling bei seiner Ankunft ein ausführlicheres Info-Paket auszuhändigen, «und zwar in der Sprache, die er versteht». Das Info-Paket solle erklären, «wie unser Schul- und Gesundheitssystem funktioniert, was unser Grundgesetz ausmacht, was Weihnachten bedeutet, was die wichtigen Ereignisse unserer Geschichte sind.»

Seine Eltern, die Anfang der 60er Jahre nach Deutschland gekommen seien, hätten so etwas gut gebrauchen können, sagte Özdemir.

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