EU-Parlament will Klonverbot ausweiten

Mit einer eindeutigen Mehrheit hat sich das EU-Parlament für ein verschärftes Klonverbot ausgesprochen. Die Technologie sei nicht ausgereift und man dürfe nicht die „Drecksarbeit den anderen überlassen“. Bisher war beispielsweise auch die Einfuhr von Reproduktionsmaterial aus Drittländern möglich.

Das EU-Parlament will auch die EInfuhr von Reproduktionsmaterial und Nachkommen der Klontiere verbieten. (Foto: Flickr/Eric Bennett/CC by sa 2.0)

Das EU-Parlament will auch die EInfuhr von Reproduktionsmaterial und Nachkommen der Klontiere verbieten. (Foto: Flickr/Eric Bennett/CC by sa 2.0)

Die Bilder vom geklonten Schaf Dolly sind vielen Erwachsenen noch im Kopf. Doch was damals als Sensation bezeichnet wurde, ist heute eine in einigen Regionen durchgeführte ‚Praxis‘. In der EU ist die Kritik jedoch groß. Das spiegelt sich auch im EU-Parlament wieder. Dort haben die Abgeordneten jetzt einen Vorschlag der EU-Kommission zum Klonverbot noch einmal verschärft. 529 der Parlamentarier stimmten für den verschärften Entwurf, 120 stimmten dagegen. Außerdem gab es 57 Enthaltungen.

„Die Technik des Klonens ist nicht ausgereift, und es hat in der Tat keine weiteren Fortschritte gegeben“, sagte Renate Sommer, die Berichterstatterin für den Umweltausschuss. Die Sterblichkeitsrate bleibe gleich hoch. Viele der Tiere, die lebend geboren würden, sterben in den ersten paar Wochen, und zwar unter Schmerzen.

Studien zeigen, dass auch unter den EU-Bürgern mehrheitlich das Klonen für die Landwirtschaft verurteilt wird. So sprechen sich auch die meisten Konsumenten gegen das Essen von Lebensmitteln aus, dass durch Klontiere und deren Nachkommen erzeugt wurde.

„Bis jetzt waren wir in der Lage, Reproduktionsmaterial aus Drittländern zu importieren“, so Sommer weiter. „Wir lassen die Drecksarbeit andere machen und entziehen uns so der Verantwortung.“ Das Parlament wolle ein umfassendes Verbot und eben nicht den Stopp des Einsatzes von Klontechnik.

So sieht der Entwurf der Kommission beispielsweise vor, dass das neue Gesetz zum Klonverbot für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Equiden, die für landwirtschaftliche Zwecke gehalten und reproduziert werden, gilt. Das EU-Parlament hingegen will eine Ausdehnung auf alle Tiere. Aber auch der Import von Reproduktionsmaterial aus Drittländern soll verboten werden. Auch für Zuchtmaterial sowie für Lebens- und Futtermittel von Klontieren soll ein Einfuhrverbot gelten, so die Forderung des EU-Parlaments.

Außerdem will das Parlament, dass das Gesetz zum Klonverbot eine Verordnung und nicht eine Richtlinie werde. Während bei Richtlinien seitens der EU noch eine Änderung der nationalen Gesetze erforderlich ist, werden Verordnung unmittelbar in den einzelnen EU-Ländern angewendet.

Nun muss auch das EU-Parlament mit dem EU-Rat über den endgültigen Gesetzesentwurf verhandeln, über den dann anschließend im Rat und im Parlament noch einmal abgestimmt wird.

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