Flüchtlinge: Deutschland macht die Grenzen dicht

Deutschland setzt das Schengen-Abkommen außer Kraft und führt die Grenzkontrollen wieder ein. Dies sei aus Sicherheitsgründen notwendig, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Sontag. Die Bereitschaftspolizei soll die Grenze ab sofort bewachen. Außerdem wird Zugverkehr nach Österreich eingestellt. Die Aufweichung des Schengen-Abkommens hatte der private US-Geheimdienst Stratfor bereits Anfang September prognostiziert.

Die dunkel- und hellblau gekennzeichneten europäischen Staaten gehören zum Schengen-Raum. (Grafik: Stratfor)

Die dunkel- und hellblau gekennzeichneten europäischen Staaten gehören zum Schengen-Raum. (Grafik: Stratfor)

Die Bundesregierung führt angesichts des starken Andrangs von Flüchtlingen vorübergehend wieder Grenzkontrollen ein. Das kündigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntagabend in Berlin an.

Nach Bild-Informationen schickt der Bund 21 Hundertschaften der Bereitschaftspolizei des Bundes nach Bayern, die bei der Grenzsicherung helfen sollen. Die Bundespolizei wird diesen Informationen zufolge auch ihre Schleierfahndung in der Nähe der Grenzen zu Tschechien und Polen ausbauen, damit die Grenzkontrollen zu Österreich nicht umgangen werden können.

Der private US-Geheimdienst Stratfor hatte bereits Anfang September berichtet, dass das Schengen-Abkommen nicht sofort abgeschafft wird. Allerdings werde es zu einer Aufweichung des Abkommens kommen.

Stratfor meldete am 2. September 2015:

– Die steigenden Zuwanderung und die fragile wirtschaftliche Erholung in Europa will die politische Unterstützung für das Schengen-Abkommen zurückgehen lassen.

– Das Schengener Abkommen wird wahrscheinlich reformiert werden, die Grenzkontrollen zu straffen.

– Es wird zu Unstimmigkeiten zwischen Schengen-Mitgliedern und anderen Ländern geben, ebenso wie Spannungen innerhalb der Schengen-Mitglieder.

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