Metropoll: Erdoğans AKP ist weit von der absoluten Mehrheit entfernt

Die Neuwahlen am 1. November könnten sich für den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und die Regierungspartei AKP nicht so entwickeln, wie erhofft. Gut sechs Wochen vor dem Urnengang erreicht die Partei noch immer nicht die absolute Mehrheit. Im Vergleich zu den Parlamentswahlen im Juni ging die Zustimmung nur minimal nach oben.

Das Institut Metropoll hat zum Beginn der Woche ein aktuelles Stimmungsbilder unter türkischen Wählern vorgelegt. Demnach kommt die regierende AKP unter den Befragten auf 41,4 Prozent. Das sind nur 0,5 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Juni.

Metropoll führte seine Befragung zwischen dem 2. und 5. September durch. Es wurden 2.540 Personen befragt, so imctv.com.tr. Metropoll-Chef Özer Sencar gilt in der Türkei als HDP-nah.

Die AKP erreichte der jüngsten Umfrage zufolge 41,4 Prozent, die CHP 27,3 Prozent und die MHP 15,3 Prozent. Die pro-kurdische HDP kam diesmal auf 13 Prozent. Im Juni waren es 13,1 Prozent. Die Sitzverteilung im Parlament würde sich bei einem solchen Ergebnis wie folgt gestalten: AKP 260, CHP 139, HDP 80, MHP 71. Das berichtet das Portal Aktif Haber.

Bei den Parlamentswahlen am 7. Juni musste die AKP einen herben Schlag verkraften. Erstmals seit dem Jahr 2002 erreichte man nicht die absolute Mehrheit. Ins Parlament schaffte es hingegen die pro-kurdische Oppositionspartei HDP (mehr hier). Die darauffolgenden Koalitionsgespräche scheiterten. Die Neuwahlen wurden darauf hin für den 1. November 2015 angesetzt.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte am Montag den Startschuss für den Wahlkampf gegeben. Er selbst wird sowohl in der Türkei als auch in Deutschland Kundgebungen abhalten. Problematisch ist: Damit verstößt er nach wie vor gegen das Neutralitäts-Gebot seines Amts.

Es stehen auch Besuche in Belgien und in Deutschland an, wo er sich mit seinen Fans treffen wird. Gemäß des in der türkischen Verfassung verankerten „Neutralitäts-Gebots“ ist es dem Präsidenten nicht gestattet, sich an Wahlkämpfen der Parteien zu beteiligen.

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