Provokante Petition: Moslem will Münchner Oktoberfest verbieten lassen

Vom 19. September bis zum 4. Oktober herrscht in der bayerischen Landeshauptstadt erneut Ausnahmezustand. Das 182. Oktoberfest lockt Menschen aus der ganzen Welt zu 16 Tagen ausgelassener Party. Einem Mann aus den Niederlanden ist das jedoch ein Dorn im Auge. Er hat eine Petiton gestartet, ob die Traditionsveranstaltung zu verbieten.

Auf der Wiesn geht es zünftig zu: Allein 2014 tranken die Gäste 7,7 Millionen Maß Bier. (Screenshot change.org)

Auf der Wiesn geht es zünftig zu: Allein 2014 tranken die Gäste 7,7 Millionen Maß Bier. (Screenshot change.org)

Dem Startschuss der Münchner Wiesn sieht Morad Almuradi mit Grauen entgegen. Was sechs Millionen Menschen Jahr für Jahr erfreut, ist für ihn eine interolerante und islamfeindliche Angelegenheit. Mit einer Petition will er das Treiben der Superlative stoppen. Auf allzu großen Zuspruch stößt er derzeit aber nicht.

Seine Petition auf Change.org hat nach fünf Tagen gerade einmal 366 Unterstützter (Stand 16. September 11.15 Uhr). Offenbar stören sich nur wenige an der von ihm kritisierten Nacktheit und dem hohen Alkoholkonsum. Für Almuradi sind jedoch genau diese Faktoren nicht mit dem islamischen Glauben vereinbar.

Für ihn steht fest: Zwar hätten seine Glaubensbrüder durchaus Verständnis für diese deutsche Tradition. Aber: Das Oktoberfest ist nichtsdestotrotz eine Beleidigung für Muslime auf der ganzen Welt. Verschärft werde die Situation nun aber noch durch Tausende muslimische Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die in München angekommen seien. Das Fest könnte sie beleidigen. Daher müsse es umgehend abgesagt werden, ist der Petitent überzeugt.

In München macht man sich übrigens durchaus Gedanken über das anstehende Oktoberfest. Allerdings gilt die Aufmerksamkeit der Behörden vorrangig der Frage, wie der gleichzeitige Andrang von Flüchtlingen und Wiesn-Besuchern zu bewältigen sei. Angesichts dessen geben sich vier Tage vor Beginn der Wiesn die Polizei und das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) betont gelassen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Andrang von Wiesn-besuchern und Asylsuchenden gleichzeitig sei eine Herausforderung, im Grunde aber sei das diesjährige Oktoberfest nicht mehr als „eine ganz normale Wiesn mit einer kleinen Besonderheit“, zitiert sie den KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Von einer „Krisen-Wiesn“ könne man nicht sprechen.

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