In Bagdad verschleppt: Zwei der 18 Türken sind wieder frei

Für zwei der Anfang September im Irak verschleppten türkischen Bauarbeiter hat der Schrecken nun ein Ende. Sie sollen sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß befinden. Freigelassen wurden sie in der Schiitenhochburg Basra. Nach den anderen 16 Geiseln wird weiterhin gesucht.

Das Drama ereignete sich vor zwei Wochen auf der Baustelle eines Fußballstadions in der  irakischen Hauptstadt Bagdad. Es handelte sich um 14 Bauarbeiter, drei Ingenieure und einen Buchhalter. Nach irakischen Polizeiangaben wurden die Türken im schiitischen Stadtteil Sadr City von bewaffneten Männern entführt. Die Polizei startete darauf hin eine Suchaktion.

Das Außenministerium hätte nun die Freilassung zweier Geiseln bestätigt, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Die beiden Männer sollen sich in guter gesundheitlicher Verfassung befinden. Sie hofften, schnell in die Türkei zurückkehren zu können.

Alle 18 Geiseln sind Mitarbeiter der türkischen Nurol Holding. Einer Baufirma, die derzeit einige Projekte in der irakischen Hauptstadt realisiere, so Anadolu weiter. Erst vergangene Woche sei ein Video aufgetaucht, das die 18 Geiseln kniend vor fünf maskierten und bewaffneten Männern zeige. Die in Armee-Uniform aufgetrenenen Entführer forderten die türkische Regierung unter anderem dazu auf, die Einreise bewaffneter Kämpfer in den Irak zu stoppen. Außerdem protestierten sie gegen die türkische Unterstützung sunnitisch-islamistischer Rebellen in Syrien.

Die Tat weckt Erinnerungen an die 49 Geiseln aus dem türkischen Konuslat von Mossul, die im vergangenen Jahr freikamen (mehr hier). Sie sollen durch einen Austausch von Gefangenen mit der Terrormiliz IS freigekommen sein. Sie waren mehr als drei Monate in der Gewalt ihrer Entführer.

Die Regierung in Ankara hat die Geiseln stets als Grund dafür angeführt, warum sie sich nicht stärker im internationalen Kampf gegen IS engagieren könne. Sie hatte nach der Geiselnahme eine Nachrichtensperre verhängt. Davutoglu sagte damals, die Befreiung sei das Ergebnis «tagelanger, wochenlanger harter Arbeit».

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