Erstes türkisches Flugzeug könnte bis zu 4000 Arbeitsplätze schaffen

Das türkische TRJet-Programm, auf dessen Basis die Türkei seine ersten eigenen Regionaljets bauen wird, könnte bis zu 4.000 qualifizierte Arbeitsplätze in der Luftfahrtindustrie schaffen. Am Programm selbst seien rund 500 Mitarbeiter beteiligt. Die Verantwortlichen rechnen jedoch mit weitreichenden Multiplikatoreneffekten.

Erst im vergangenen Mai wurde bekannt, dass die türkische Regierung bis zum Jahr 2019 das erste eigene Passagierflugzeug auf den Markt bringen will. Die Maschine soll in zwei Schritten entstehen und schließlich komplett in der Türkei entwickelt und gebaut werden.

Das Regionaljet-Programm ist sowohl für die zivilie als auch für die militärische Nutzung gedacht. Für die Türkei ist das Vorhaben von immenser Bedeutung: „Das erste Flugzeug, das auf der Dornier 328 Modell-Reihe basierend gebaut wird, soll im Jahr 2019 fliegen“, zitierte die türkische Zeitung Hürriyet den türkischen Premier Ahmet Davutoğlu im Rahmen der Eröffnungszeremonie des Projekts im vergangenen Mai in Istanbul.Das Design des Verkehrsflugzeug Modell 628 wird im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Der erste [628] Flug wird im Jahr 2023 stattfinden.“

Dies ist ein Prestige-Programm für die Türkei“, sagt nun auch Cem Uğur, Geschäftsführer von Esen Systemintegration, der türkischen Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Sierra Nevada Corporation (SNC), einem Partner im Regionalflugzeug-Programm. Bis zu 4000 neue Arbeitsplätze könnten so im direkten und weiteren Umfeld der Produktion entstehen.

Auf der anderen Seite hat es seit der Bekanntgabe des Projekts jedoch immer wieder Zweifel an seiner Umsetzung gegeben, so die türkische Zeitung Hürriyet. Sie befürchteten eine Art Fließbandproduktion, die nach wie vor auf wichtige Teile von ausländischen Herstellern angewiesen sei. „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden. Wir wollen keine Jahre und Milliarden von Dollar verschwenden, um ein Flugzeug zu bauen“, so Uğur. Um Geld und Zeit zu sparen, würden eine vorhandene Baseline ebenso wie ein in der EU ansässiges Unternehmen für die Zertifizierung und die Generierung von Umsätzen genutzt.

Das Dornier 328-Modell, das auch in anderen Ländern verwendet wird, hat eine Kapazität von 32 Passagieren. Es entsteht mittels einer Kooperation mit dem türkischstämmigen Flugzeughersteller Fatih Özmen, der durch Kauf der „328 Support Services GmbH“ aktueller Inhaber und Besitzer der vollständigen Rechte an dem Kurzstreckenjet „Dornier 328“ ist. In Anlehnung an dieses Modell hat die Türkei dann vor, bis zum Jahr 2023 ein 628-Modell mit einer Kapazität von 60 bis 70 Passagieren zu entwickeln, das vollständig auf eigenem Design und eigener Technik beruhe. Durchgeführt werden soll das Projekt vom Verkehrsministerium sowie dem Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium.

Die Trägersysteme der Maschine sollen von einem Konsortium unter der Führung von STM erstellt werden an denen die Unternehmen TAI, Aselsan , TEI, Havelsan, THY Teknik, Alp Havacılık, Kale Havacılık, TCI, TSI, beteiligt sein werden.

Auch Uğur bezeichnet das Dornier 328-Modell als eine Art Sprungbrett, um die 628er Variante in kürzester Zeit und mit wenig Aufwand bauen zu können. Die Vorstufe diene der Risikoreduktion, um ans eigentliche Ziel zu kommen.

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