Fenerbahce-Coach hält nichts von hochgesteckten Zielen

Für Fenerbahce geht das Europapokal-Abenteuer am Donnerstagabend erst richtig los. Auf der Abschlusspressekonferenz vor dem Auftritt gegen Molde FK erklärt Pereira, warum er nichts von langfristigen Zielsetzungen hält und er mit einem knappen Ergebnis rechnet. Sener Özbayrakli freut sich hingegen auf die Europapokalatmosphäre im Sükrü Saracoglu-Stadion.

„Ich entschuldige mich bei allen für die Verspätung. Ich bin heute das erste Mal alleine von zu Hause aus zum Stadion gefahren und habe die Einfahrt einfach nicht gefunden“, sorgte Fenerbahce-Coach Vitor Pereira gleich zu Beginn der Pressekonferenz für einen Lacher. Den Ernst der Lage machte der Portugiese aber in den darauffolgenden Minuten klar, als er die türkischen Pressevertreter auf die Partie gegen Molde FK einstimmte, aber auch warnende Worte vor den Norwegern parat hatte. „Es wird bestimmt nicht so leicht, wie es auf dem Papier ausschaut. Wir spielen gegen einen starken Gegner, ich rechne mit einem knappen Ergebnis“, so Pereira mahnend.

Kritik an den Trainingsmethoden haltlos

„Meine Erfahrung sagt mir, dass es nach Länderspielen immer schwer ist, den Rhythmus zu finden, insbesondere für große Klubs. Gegen Atromitos hat mir die Mannschaft gefallen, im Spiel gegen Antalyaspor konnte man dann einige Defizite ausmachen. Gegen Kasimpasa standen wir zumindest in der Defensive gut“, führt Pereira weiter aus. Angesprochen auf die kleine Verletzungsmisere in der Mannschaft, hatte der Coach der „Kanarien“ eine ehrliche Antwort parat. Kritik an seinen Trainingsmethoden wollte Pereira aber nicht akzeptieren: „Wir haben viele Ausfälle, doch wir sehen das als Chance. Eine Mannschaft wie Fenerbahce muss in solchen Situationen die richtige Reaktion zeigen können. Ich habe ungefähr 15 Saisonvorbereitungen hinter mir. Meine Methoden haben bislang Titel und Pokale gebracht. Damit war ich erfolgreich. Bislang gab es auch keine schweren Verletzungen bei uns. Meine Trainingseinheiten verlaufen intensiv, mit viel Passspiel- und Torschussübungen. Wenn einige Spieler dieses Pensum nicht gewohnt sind, ist es normal, dass sie muskuläre Probleme bekommen. Alle Spieler werden innerhalb der nächsten 1-2 Wochen wieder ins Team zurückkehren.“

„Halte nichts davon, über Finalteilnahmen zu sprechen!“

Eine öffentliche Zielsetzung im Europapokal wollte der Ex-Piräus-Coach indes nicht ausgeben. Wichtig sei es, von Spiel zu Spiel zu denken und sich dementsprechend die Ziele zu setzen. „Ich bin ehrlich zu Ihnen, uns erwartet eine richtig schwere Woche. Unser wichtigstes Endspiel ist das Spiel gegen Molde, unser schwerster Gegner immer der nächste. Ziele kann man sich setzen, wenn man die Spiele gewinnt und seinen Weg weitergeht. Ich glaube nicht daran, dass eine Zielsetzung, die man Monate zuvor ausgibt, sinnvoll ist. Die Europa League ist ein sehr schwerer Wettbewerb. Wenn wir es uns verdienen, die Gruppenphase zu überstehen, werden wir den nächsten Schritt planen. Nur weil man Qualität ins Team geholt hat, heißt das nicht, dass man sofort langfristige Ziele setzen muss. Das ist meine Meinung dazu.“

Özbayrakli: „Freue mich auf die Atmosphäre!“

Sener Özbayrakli, der Teamkollege Luis Nani auf der Pressekonferenz vertrat, zeigte sich währenddessen voller Vorfreude auf den Auftakt in die Gruppenphase. Begegnungen im Europapokal seien immer etwas ganz Besonderes, so der türkische Nationalspieler. Özbayrakli im Anschluss: „Heutzutage bekommen wir die Möglichkeiten, unsere Gegner analysieren zu können. Auch dank unseres Trainers. In Europa zu spielen ist immer etwas anderes, da man ganz andere Mentalitäten kennenlernt.“ Nach der hartnäckigen Verletzung von Gökhan Gönül kann der 25-Jährige auch gegen Molde auf einen Startelfeinsatz hoffen, um die rechte Abwehrseite der Gelb-Marineblauen zu beackern. „Wir haben noch viele Spiele vor uns. Ich bin auch nur ein Mensch und merke ab und an, dass ich müde bin. Doch morgen werde ich alles geben, damit wir dieses Spiel gewinnen“ erklärt der Abwehrmann zum Abschluss, ehe Trainer Pereira süffisant hinzufügt: „Ja, das kannst du aber wenn du spielst!“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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