Flüchtlingskrise: Bulgarien will bis zu 1000 Soldaten an türkische Grenze entsenden

Nachdem die Flüchtlingsroute über Ungarn abgeriegelt wurde, verstärkt Bulgarien nun seinen Schutz an der EU-Außengrenze. Zunächst würden 50 Soldaten das an die Türkei angrenzende Gebiet im Südosten des Landes sichern. Doch Vertreter der bulgarischen Regierung kündigten bereits an. Die Zahl der Soldaten könnte auf bis zu 1000 aufgestockt werden.

Bulgarien rüstet in Sachen Grenzsicherung weiter auf. Die Regierung in Sofia entsendet nun Soldaten an die Grenze zur Türkei. Ein bereits vorhandener Stacheldrahtzaun soll weiter ausgebaut werden. Ziel der Bemühungen ist es, illegale Einreisen zu unterbinden. Die Flüchtlinge sollen den legalen Weg über die offiziellen Übergänge nach Bulgarien nehmen und so in die Europäische Union einreisen.

Die Entsendung von Soldaten wurde am Mittwoch von Verteidigungsminister Nikolay Nenchev bekannt gegeben, berichtet Ekathimerini. „In den vergangenen Tagen hat sich eine Veränderung der Situation ergeben. Es ist schwer zu sagen, wohin die Flüchtlingswelle noch führen wird. (…) deshalb halten wir uns bereit“, so Nenchev im öffentlichen Radio BNR.

50 Soldaten seien bereits an die Grenze geschickt worden. Weitere 160 könnten bis Donnerstagabend eingesetzt werden. Die bulgarische Armee könnte bei Bedarf aber bis zu 1.000 Truppen bereitstellen, um, wenn nötig, die Grenzpolizei zu unterstützen.

Bulgarien ergriff die jüngsten Maßnahmen nachdem es Berichte gab, wonach Hunderte meist syrische Flüchtlinge die Nacht in der Nähe der türkischen Grenze zu Griechenland, die auch sehr nah an der bulgarisch-türkischen Grenze liegt, verbracht hätten.

Das Land ist seit 2007 EU-Mitglied. Es gehört allerdings bislang nicht zum Schengen-Raum, in dem in der Regel keine Grenzkontrollen stattfinden. Die Regierung in Sofia ist jedoch bemüht, alle Migrationsregeln der EU einzuhalten.

Dem Blatt zufolge hätten in den letzten 25 Stunden bereits mehr als 660 Flüchtlinge versucht, die bulgarisch-türkischen Grenze zu überqueren. Sie seien allerdings freiwillig zurückgekehrt, nachdem sie gesehen hatten, dass die Grenze gut bewacht wäre.

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