Türkei: Sozialdemokraten werfen HDP Rassismus vor

In der Türkei gibt es offenbar einen Bruch zwischen der Allianz zwischen der sozialdemokratischen CHP und der HDP. Der CHP-Stellvertreter Haluk Koç wirft der HDP Rassismus vor. Zudem habe Selahattin Demirtaş die Gezi-Park-Proteste offen als Putschversucht tituliert. Kurdische Politiker hingegen werfen der PKK und HDP eine bewusste Sabotage des Friedensprozesses vor.

HDP-Chef Selahattin Demirtaş und seine Parteikollegen stehen in der Kritik. Die CHP wirft ihm kurdisch-nationalistische Stimmungsmache vor. (Screenshot)

HDP-Chef Selahattin Demirtaş und seine Parteikollegen stehen in der Kritik. Die CHP wirft ihm kurdisch-nationalistische Stimmungsmache vor. (Screenshot)

Der Stellvertretende der sozialdemokratischen Partei CHP, Haluk Koç, erhebt schwere Vorwürfe gegen die die HDP, berichtet sondakika.com.

Koç wörtlich: „Die HDP betreibt eine Politik, die die Rasse als Grundlage nimmt. Deshalb gibt es keine eine Stimme mehr, die am 1. November von der CHP zur HDP wandern wird (…) Verehrter Demirtaş, warst du nicht derjenige, der die Gezi-Park-Proteste als Putschversuch tituliert hatte? Warst du nicht derjenige, der die AKP in ihrem Vorhaben in Fragen der Bildungspolitik unterstützt hat? Warst du nicht derjenige, der seine Abgeordneten aus der Kommission zur Untersuchung der Korruptionsvorwürfe gegen die AKP abgezogen hat? Warum haben dich die Bürger ins Parlament gewählt? Damit du dich endlcih gegenüber dem Terrorismus distanzierst und dich als rechtmäßiger politischer Repräsentant betätigst. Wir sind der Auffassung, dass eine Politik, die die Rasse in den Vordergrund stellt, das Volk spaltet.“

Zuvor hatten diverse kurdisch-türkische Politiker die HDP ebenfalls scharf kritisiert. Der kurdisch-türkische Politiker Kemal Burkay sagte, dass die noch nicht einmal die Kurden die Politik der PKK und HDP nachvollziehen könnten. Wie sollen es dann die Türken nachvollziehen?, zitiert Haber 7 Burkay. Die HDP und PKK hätten dem Friedensprozess einen schweren Schlag zusetzt.

Der kurdische Journalist und Menschenrechter Orhan Miroğlu hingegen ruft zur Einheit zwischen Kurden und Türken auf. Die PKK sei ein Instrument der HDP und ihrer Unterstützer im Ausland, um Türken und Kurden gegeneinander aufzuwiegeln, so Miroğlu. Ihr Ziel sei die Herbeiführung einer Katastrophe nach dem Vorbild Jugoslawiens.

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