Christen in Syrien droht der totale Untergang

Den urchristlichen Gemeinden Syriens droht eine Katastrophe. Der IS und die YPG/PKK-Milizen nehmen nicht nur Muslime, sondern auch die Christen ins Visier. Bisher hat es die EU nicht geschafft, eine Strategie gegen die Christen- und Muslimverfolgung in Syrien zu entwerfen.

Die Nachkommen von Jesus Christus - Urchristen und Muslime - werden vom IS ins Visier genommen. (Screenshot)

Die Nachkommen von Jesus Christus – Urchristen und Muslime – werden vom IS ins Visier genommen. (Screenshot)

Die Presse berichtete bereits im April 2014 nicht nur von der Tragödie der arabischen Muslimen, sondern auch der arabischen Christen, die sowohl durch den IS als auch durch die YPG/PKK-Milizen bedroht werden.

„Eine Musikkapelle am Flughafen, entlang der Straße Transparente, Fahnen, und schließlich stehen christliche Pfadfinder auf dem roten Teppich im Zentrum von Kamischli Spalier. „Willkommen in Ihrer Stadt“, heißt es für den Patriarchen von Antiochia, Mar Afram II.

Das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche ist zum Osterfest aus Damaskus in den 680 Kilometer entfernten Ort im Nordosten des Landes gereist. Seit vielen Tagen ist der Empfang geplant und mit viel Mühe und Aufwand der Pfadfinder umgesetzt worden. Schließlich wird die Auferstehung Jesu gefeiert, neben Weihnachten das bedeutendste christliche Fest – und das will man sich auch mitten im Bürgerkrieg nicht nehmen lassen. Es ist ein Anlass, um Einigkeit und Stärke zu zeigen, ganz besonders in einem Moment, in dem die Zukunft der christlichen Gemeinde auf dem Spiel steht. Denn die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) richtet ihre Angriffe gezielt gegen Christen.

„Unsere gesamte Existenz ist in Gefahr“, sagt Ischow Gowrieh, der Vorsitzende der syrisch-christlichen Unionspartei (SUP). Wie groß die Bedrohung ist, machten die Massenentführungen der IS-Terroristen deutlich. Ende Februar hatten die Jihadisten eine Reihe von christlichen Dörfern in der Nähe des Chabur-Flusses im Nordwesten der Provinzhauptstadt al-Hasaka angegriffen und 277 Bewohner verschleppt. 19 von ihnen, meist Ältere und Kranke, wurden mittlerweile freigelassen. Aber das Schicksal der verbliebenen Geiseln ist immer noch ungewiss. „Sie versuchen, uns mit allen Mitteln aus unserer Heimat zu vertreiben“, behauptet Gowrieh. Die Terroristen würden das sehr erfolgreich machen. „Wir stehen vor dem Exodus“, fügt Gowrieh kopfschüttelnd hinzu und nimmt eine Zigarette.“

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