Mindestens 717 Tote bei Pilgerfahrt in Mekka

Bei einem großen Gedränge während der islamischen Wallfahrt Hadsch sind nahe Mekka mindestens 717 Menschen ums Leben gekommen. 805 Gläubige seien verletzt worden. Erst vor wenigen Tagen ereignete sich in verheerendes Kran-Unglück.

Derzeit melden gleich mehrere Kanäle, wie der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija, Sputnik News oder der britische Daily Star von der Massenpanik, die in der Zeltstadt von Mina ausbrach.

Update:
Mittlerweile ist von mindestens 717 Toten und 805 Verletzten die Rede. Die Opfer kämen aus unterschiedlichen Ländern. Al-Arabija zufolge seien die Rettungsmaßnahmen derzeit in vollem Gange. In Mina nahmen Hunderttausende Pilgern an der Steinigung des Teufels‚, dem letzten großen Ritus der Pilgerfahrt teil.

Update II:

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Bestürzung über die Massenpanik während der islamischen Pilgerfahrt in Saudi-Arabien ausgedrückt. Die Katastrophe habe zu einem «großen Bedauern in der gesamten islamischen Welt geführt», hieß es am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA in einer Erklärung. Er drücke allen Muslimen sein Beileid aus.

Insgesamt sollen in diesem Jahr rund drei Millionen Muslime nach Mekka gepilgert sein. Erst am Mittwoch haben an einer Bahnstation in der Nähe von Mekka in starkem Gedränge mehr als 200 Menschen Schwäche- und Ohnmachtsanfälle erlitten. Die Gläubigen befanden sich am Mittwoch zusammen mit Hunderttausenden auf dem Weg zum Berg Arafat, so die dpa. Zu dem großen Gedränge in dem Ort Mina kam es nach Angaben der saudischen Zivilverteidigung, weil der Zugverkehr wegen eines technischen Defekts gestört war. Fünf Menschen seien in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Kurz vor der großen jährlichen islamischen Pilgerfahrt waren nach Angaben von Rettungskräften mitten in Mekka beim Umsturz eines Baukrans mehr als 100 Menschen getötet und 238 verletzt worden.

Das Unglück ereignete sich zur Zeit des Gebets zum Sonnenuntergang auf dem Gelände der großen Heiligen Moschee, des zentralen Heiligtums des Islams. Der Kran stürzte auf ein Dach der Moschee. Arabische Fernsehsender zeigten Bilder von Trümmern, Blut und Leichen.

Grund für das Unglück waren Medien zufolge starker Wind und Regen. In den vergangenen Tagen hatte es im Nahen Osten immer wieder schwere Stürme gegeben. Der Kran war Teil eines Bauprojektes, mit dem die Flächen für die Pilger erweitert werden sollen, um gefährliches Gedränge zu verhindern.

Mehr zum Thema:

Katastrophe in Mekka: Umgestürzter Baukran tötet mehr als 100 Menschen
Tödliche Fahrt nach Mekka: Schon jetzt 332 Tote während der Hadsch

 

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.