Für welches Land entscheidet sich Malli?

Die Aussicht auf eine zukünftige Nominierung in der DFB-Elf oder die Entscheidung für die Türkei? Der Mainzer Yunus Malli steht diesbezüglich vor einer schweren Entscheidung. Der türkische Nationaltrainer Fatih Terim traf sich indes zu einem Gesprüch mit dem Shootingstar, um ihm die Entscheidung zu erleichtern.

In der Bundesliga sorgt Yunus Malli derzeit für mächtige Furore. In sechs Ligaspielen hat der 23-Jährige bereits fünfmal getroffen. Unter anderem erzielte er am 5. Spieltag einen Hattrick gegen die TSG Hoffenheim (3:1) und wurde im Anschluss zum besten Spieler des Spieltages gewählt. Es geht also weiter steil bergauf für den offensiven Mittelfeldspieler, der damit den positiven Trend aus der starken Vorjahres-Rückrunde (sechs Tore, eine Vorlage) fortsetzt. Eine bessere Empfehlung könnte er derzeit nicht abgeben. Die guten Vorstellungen sind sicherlich auch dem DFB-Teamchef Joachim Löw nicht entgangen, doch ein öffentliches Signal oder gar eine Nominierung des Mainzers, der seit der U17 alle deutschen Jugend-Nationalmannschaften durchlaufen hat, blieb bislang aus.

Fatih Terim führt ein persönliches Gespräch mit dem Mittelfeldspieler

Um einiges offensiver agiert da schon der türkische Teamchef Fatih Terim, der im letzten Ligaspiel der Mainzer in der BayArena gegen Leverkusen (0:1) im Stadion war um den Leverkusener Hakan Calhanoglu und eben Yunus Malli vor Ort zu begutachten. Im Anschluss an das Spiel kam es zu einem Treffen zwischen Terim und Malli. In dem Gespräch versuchte der türkische Teamchef den in Kassel geborenen Rechtsfuß für die Nationalmannschaftskarriere im „Milli Takim“ zu gewinnen. Nach GazeteFutbol.de-Informationen blieb das Gespräch jedoch vorerst ergebnislos, da Malli die türkische Administration um weitere Bedenkzeit gebeten hat. Der Terim-Plan, den Techniker für die beiden wichtigen EM-Qualifikationsspiele der Türken gegen Tschechien (am 10. Oktober) und Island (am 13. Oktober) zu nominieren, ist also nicht aufgegangen.

Malli will sich Zeit lassen – Wartet er auf einen Anruf des DFB?

Malli will sich grundsätzlich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen lassen. „Ich weiß, dass es die Option gibt, für die Türkei zu spielen. Aber das ist eine Entscheidung für die Zukunft“, stellte er erst kürzlich auch gegenüber der „SportBild“ klar. Dass der 23-Jährige die Entscheidung weiter hinauszögert, könnte auch ein Indiz dafür sein, dass er insgeheim weiter auf eine Nominierung von Joachim Löw hofft. Bekräftigt wird die Annahme von einem Malli-Interview vor einigen Jahren, wo er erklärte, dass er sich „voll mit dem DFB identifizieren kann“ und sich „pudelwohl im deutschen Trikot“ fühlt, weshalb er sich eine Karriere in der deutschen Nationalelf sehr gut vorstellen könne. Damals im Juni 2011 ließ Malli als 19-Jähriger zwischen den Zeilen einen Schlüsselsatz fallen. Er sagte: „Ich spiele seit der U17 für Deutschland und hatte noch nie eine Anfrage aus der Türkei.“ Erst zwei Jahre nach dieser Aussage sollte sich die Türkei erstmals bei Malli melden und ihn für die U21 der Türken einladen. Malli blieb beim DFB und lief stattdessen zehnmal für die deutsche U21 auf.

Umdenken beim TFF bei der Talentförderung erforderlich

Sollte die Türkei also bei dem „neuen Mesut Özil“, leer ausgehen, so wie zuvor auch beim richtigen Özil, dann aus genau eben denselben Fehlern wie zuvor. Der türkische Fußballverband (TFF) hat es versäumt, die richtigen Konsequenzen aus den Erkenntnissen zu ziehen. Man hat nicht gelernt, früher Kontakt zu den Spielern herzustellen, in ihre Entwicklung zu investieren und sie während ihrer Entwicklung zu begleiten. In Zukunft werden dadurch wahrscheinlich weitere „Juwele“ an den DFB verloren werden, so wie es bei Özil, Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund) und jüngst bei Emre Can (FC Liverpool) der Fall war. Bei Yunus Malli würde ein ähnlicher Ausgang nicht überraschen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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