Lage unterschätzt: Merkel spricht mit türkischem Regierungschef über Flüchtlingskrise

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht an diesem Samstagnachmittag am Rande des UN-Nachhaltigkeitsgipfels in New York mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu über die Flüchtlingskrise. Zuletzt hatte die CDU-Politikerin erklärt, sie habe die dramatische Lage in den Flüchtlingslagern in der Türkei unterschätzt.

Merkel plädiert für eine enge Abstimmung mit Ankara in der Flüchtlingspolitik, so die dpa. Die Türkei ist derzeit wichtigstes Transitland für Asylbewerber aus außereuropäischen Staaten auf ihrem Weg in die EU.

Erst in dieser Woche wurde beschlossen: Nach dem Vorschlag der EU-Kommission sollte die Flüchtlingshilfe für die Türkei für das laufende und das kommende Jahr auf insgesamt eine Milliarde Euro aufgestockt werden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird nach Angaben Tusks am 5. Oktober in Brüssel zu Gesprächen erwartet.

Die Türkei hat rund zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen. 25 Lager ließ die Regierung errichten, doch nur ein Bruchteil der Syrer (rund 262 000) ist dort untergebracht. Außerhalb der Camps sind sie auf sich alleine gestellt und leben teils unter miserablen Bedingungen. Viele sehen die Weiterreise nach Europa als einzigen Ausweg.

Merkel kommt in New York auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif zusammen. Ferner legt sie einen Kranz an der Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September 2001 nieder. Später trifft sie in einer Diskussionsrunde den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

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