Sinkende Urlauberzahlen: So will die Türkei den Tourismus wieder ankurbeln

Das Türkische Kultur- und Tourismusministerium hat ein neues Förderprogramm ins Leben gerufen, um die aktuellen Verluste der Tourismusbranche doch noch zu überwinden. Das Ministerium will finanzielle Unterstützung für Reisebüros bieten, die Touristen aus Ländern, wie Russland, Iran und der Ukraine via Charterfluggesellschaften ins Land holen. Die Agenturen sollen demnach Zuschüsse in Höhe von 6.000 US-Dollar pro Flug erhalten.

Ankara greift der schwächelnden Tourismusbranche nun erneut unter die Arme. (Foto: Flickr/ Izmir by Carlo Mirante CC BY 2.0)

Ankara greift der schwächelnden Tourismusbranche nun erneut unter die Arme. (Foto: Flickr/ Izmir by Carlo Mirante CC BY 2.0)

Insgesamt erhalten die Reisebüros gemäß dem neuen Förderprogramm Unterstützung für Touristen aus 13 Ländern. Es ist nicht das erste Mal, dass der Staat eingreift, um die sinkenden Urlauberzahlen wieder anzukurbeln.

Unser Ministerium hat die Unterstützung für die Reisebüros mit dem A-Gruppen-Zertifikat beschlossen, die Touristen via Charterflügen befördern, um weitere Flug-Stornierungen und weitere negative Auswirkungen auf die Branche wegen der wirtschaftlichen Probleme in Russland zu verhindern“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet aus der entsprechenden Erklärung.

Das Support-Paket umfasse demnach 13 Staaten: Aserbaidschan, Moldawien, Weißrussland, Usbekistan, Armenien, Russland, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan und Iran. Das Ministerium erklärte zudem, dass mehrere Flughäfen unter das Support-Paket fallen würden, einschließlich Flughäfen in GazipaşaAlanya, Antalya, Dalaman, Bodrum und Izmir.

Reisebüros müssten nun ihre Anträge und die erforderlichen Unterlagen für die Unterstützung, die bis zum 30. November laufen soll, einreichen. A-Gruppen-Reisebüros, die Charterflüge mit mindestens 100 Passagieren aus den oben genannten Ländern zu den oben genannten Flughäfen durchführen, könnten demnach von der staatlichen Unterstützung profitieren.

Die schlechte wirtschaftliche Lage Russlands, der Krieg im Nachbarland Syrien, die jüngsten Terroranschläge innerhalb der Türkei durch die Terrororganisation PKK und die türkischen Militär-Operationen gegen die PKK-Lager im Nordirak und in der Türkei haben derzeit allesamt einen negativen Effekt auf die Einnahmen aus dem Tourismus im ganzen Land.

Abzusehen war die derzeitige Lage aber schon eine ganze Weile. Bereits im Frühjahr hatte die türkische Regierung verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung des Tourismussektors angeboten (mehr hier). Doch offenbar blieb es bislang bei einem Angebot. Branchenvertreter würden daher selbst aktiv werden, um die Saison 2015 anzukurbeln und insbesondere russische Touristen ins Land zu locken, so die Hürriyet. So halten es einige Branchenvertreter mittlerweile für unvermeidlich Hotelpreise zu senken und All-inclusive-Angebote zu erweitern, um Umsatzverluste zu minimieren.

Noch hat die Türkei ein gutes Polster. Sie erhöhte ihre Tourismus-Einnahmen von acht Milliarden US-Dollar im Jahr 2000 auf 34 Milliarden Dollar im Jahr 2014 und wurde in dieser Zeit zum zwölft größten Tourismusverdiener der Welt. Die Branche kann also einige Verluste in diesem Jahr kompensieren. Allzu lange darf der Abwärtstrend allerdings nicht dauern.

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