Erst Taxi, jetzt Boot: Uber mischt den Markt am Bosporus auf

Seit einem Jahr bietet der umstrittene Fahrdienstvermittler Uber seine Dienste in der Türkei an. Jetzt legt das kalifornische Startup nach und startet einen Bootsfahrdienst über den Bosporus. Via UberBOAT sollen die Menschen nun von Europa nach Asien gelangen.

Um in Istanbul von einem Kontinent auf den anderen zu kommen, nimmt man am besten den Wasserweg. (Foto: Flickr/ Istanbul by FaceMePLS CC BY 2.0)

Um in Istanbul von einem Kontinent auf den anderen zu kommen, nimmt man am besten den Wasserweg. (Foto: Flickr/ Istanbul by FaceMePLS CC BY 2.0)

Uber will das neue Angebot in Istanbul als eine echte Alternative verstanden wissen, um dem dichten Straßenverkehr der Millionenmetropole und den unzähligen Staus, vor allem auf den beiden Brücken, die Europa und Asien verbinden, zu entgehen.

„Mit dem Boot überquert man den Bosporus in fünf Minuten. Mit dem Auto dauert das gut eineinhalb Stunden“, so Austin Kim, Uber-Betriebsleiterin für die Türkei, zur Nachrichtenagentur AFP. In der Tat kann der starke Verkehr manchmal zu einem echten Alptraum für Autofahrer in Istanbul werden. Rund 15 Millionen Menschen leben in der Metropolregion und sie alle bewegen sich fort.

Der jährliche Verkehrs-Index des Navigationssysteme-Herstellerr TomTom untersucht die Verkehrsstaus in über 200 Städten auf der ganzen Welt. Das holländische Unternehmen stellte dabei zuletzt fest, dass Pendler in Istanbul die schlimmsten Verkehrsstaus überhaupt erleben, noch vor Mexiko City und Rio de Janeiro. Für eine durchschnittlich 30-minütige Fahrt in der Stadt wird während des Feierabendverkehrs auch gerne mal eine Stunde fällig. Auf das Jahr hochgerechnet stecken die Istanbuler damit zusätzliche 125 Stunden im Verkehr fest.

UberBOAT, das sich mit dem türkischen Boots-Unternehmen Navette zusammengeschlossen hat, bietet die Boote auf die gleiche Weise an, wie Uber das bereits mit Fahrzeugen tut. Durch eine Smartphone-App suchen die Benutzer das nächstgelegene Boot. Wenn der Kapitän dann zurückruft, um die Verfügbarkeit zu bestätigen, kommt das Boot und die Reise beginnt.

Die Fahrpreise beginnen bei 50 Lira, umgerechnet etwa 15 Euro. Dieser kann aber zwischen Fahrgästen aufgeteilt werden. Jedes Boot kann bis zu zehn Personen aufnehmen.

Das neue Angebot existiert bereits seit Ende Juni. Richtig Fahrt aufgenommen habe es seither aber nicht, so AFP weiter. Derzeit würde der Service vor allem an den Wochenenden genutzt. Unter der Woche seien es etwa 50 bis 60 Personen, so ein Kapitän im Gespräch mit der Nachrichtenagentur.

Dass der große Hype bislang ausblieb, verwunder nicht. Der Wettbewerb auf dem Bosporus ist hart. Unzählige Unternehmen bieten entlang der noblen Villen am Meer, Restaurants und historischen Stätten ihre Dienste an. Öffentliche Fähren zwischen den europäischen und asiatischen Seiten Istanbuls kommen auf gerade einmal 2,15 Lira ((81 Cent) pro Fahrt. Eine nicht ungebingt glamouröse, aber definitiv teurere Alternative ist ein Wassertaxi für 46 türkische Lira, ungefähr 17 Dollar, das Zusatztarife für jede nautische Meile auflädt. Obendrein arbeitet  die türkische Regierung derzeit an einem Projekt namens „Kanal Istanbul,“ eine weitere Meerenge, um den Bosporus zu umgehen und den Schiffsverkehr in der schmalen Wasserstraße zu erleichtern.

Mehr zum Thema:

AeroMobil: Fliegender Taxidienst schon 2017 möglich
Nach 30 Jahren: Istanbuler Taxis bekommen neue Taxameter
Illegale Taxis in Istanbul: Empfindliche Strafen sollen Umtriebe eindämmen

 

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.