Hami Mandirali stellt Charakterfrage

Katerstimmung bei Trabzonspor. Die unerwartete Niederlage bei Aufsteiger Osmanlispor hat die Bordeaux-Blauen schwerer getroffen als zunächst angenommen. Während Vereinslegende Hami Mandirali bereits die Charakterfrage stellt, fehlen Arveladze nach dem 1:3 jegliche Erklärungsansätze.

„Es ist nicht leicht, ein Spiel zu kommentieren, wenn man so schlecht gespielt hat. Wir waren lethargisch, unorganisiert und nicht aggressiv genug. Und das, obwohl wir mit einem Mann mehr gespielt haben“, kommentierte ein sichtlich enttäuschter Shota Arveladze die klare Niederlage gegen Osmanlispor (1:3) am vergangenen Spieltag. In der Tat hat die zweite Niederlage in Folge den Bordeaux-Blauen einen unerwarteten Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze zugefügt. Nach dem 0:1 gegen Galatasaray und der 1:3-Pleite am Wochenende hat der Schwarzmeerklub die gute Punkteausbeute zu Saisonbeginn eingebüßt und mit dafür gesorgt, dass es auf den oberen Tabellenrängen richtig eng zugeht. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie es sein kann, dass wir innerhalb von nur einer Woche eine derartig schlechte Leistung zeigen konnten. Im Moment kann ich es nicht erklären, wieso das gesamte Team einen derartigen Leistungsabfall zu verzeichnen hatte“, gab sich der Georgier nach dem Spiel sogar ein wenig ratlos, um kurz danach hinzufügen: „Der Ligawettbewerb geht noch lange, wir müssen jetzt wieder vorwärts schauen.“

Hami Mandirali stellt Charakterfrage

Noch drastischere Worte fand Ex-Trabzonspor-Trainer und Stürmerlegende Hami Mandirali, der nach dem 1:3 seiner Bordeaux-Blauen kein Blatt vor den Mund nahm und sogar von „Schönwetter-Fußballern“ im Team sprach. „Es gibt Spieler, die wollen etwas auf dem Spielfeld bewirken. Mittlerweile muss man sogar aufpassen, dass man diese bei Laune hält. Denn es gibt auch Akteure im Team, die aus Spaß an der Freude hier sind und auch dementsprechend spielen“, so Mandirali eindringlich. Der inzwischen 47-Jährige weiter: „Hier müssen der Trainer und der Vorstand schnellstmöglich handeln. Manche müssen hier wieder zu Besinnung kommen. Ich möchte Osmanlispor keineswegs kleinreden, aber ein Team wie Trabzonspor, das um den Titel spielen möchte, darf hier nicht mit einem Mann mehr so klar verlieren.“

Formschwäche: Onur Kivrak kein Rückhalt

Mit angesprochen haben dürfte Mandirali auch Kapitän Onur Kivrak, der nach seinem verbalen Ausraster in der Saisonvorbereitung gegenüber Teammanager Süleyman Hurma keineswegs mehr unantastbar ist. Doch noch wichtiger ist: Der Kapitän kann nach seiner schwerwiegenden Kreuzbandoperation im Oktober 2014 nicht mehr an die Leistungen früherer Tage anknüpfen. Mit zum Teil gravierenden Fehlern in der UEFA Europa League und im Ligabetrieb hat Kivrak seinen Status der unumstrittenen Nummer 1 eingebüßt und dient derzeit nicht mehr als Rückhalt der eigentlich bis dato solide stehenden Innerverteidigung. Den 27-Jährigen auf die Bank zu setzen ist die risikoreiche Variante für Trainer Arveladze, der mit dieser Maßnahme zweifellos sehr viele Kritiker auf den Plan rufen dürfte. In der Hinterhand hat der Georgier aber einen international erfahrenen Esteban Alvarado, der die Fehler seines Konkurrenten ebenfalls registriert hat und in den Übungseinheiten tadellose Leistungen abliefert. Die zweite Variante: Arveladze stärkt seinem Kapitän den Rücken und setzt ohne Kompromisse weiter auf Kivrak. Für den Moment erscheint diese Option realistischer.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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