Grünen-Politikerin löst Schlägerei in Flüchtlingsheim aus

In einer Bremer Flüchtlingsunterkunft hat eine Grünen-Politikerin sowohl Tumulte unter den Flüchtlingen als auch einen SEK-Einsatz der Polizei ausgelöst. Die Frau hatte Sachspenden ohne vorherige behördliche Abstimmung unter die Flüchtlinge gemischt, die sich dann um die Spenden zankten. Zuvor hatte die Grünen-Politikerin mit etwa 90 Flüchtlingen einen Ausflug organisiert – ebenfalls ohne Absprache mit den Behörden. Dadurch setzte sie die Bundeswehr in Alarmbereitschaft.

Eine Politikern der Grünen in Bremen hat in einem Flüchtlingsheim einen SEK-Einsatz der Polizei ausgelöst. (Screenshot)

Eine Politikern der Grünen in Bremen hat in einem Flüchtlingsheim einen SEK-Einsatz der Polizei ausgelöst. (Screenshot)

Der Weser Kurier berichtet:

„Hintergrund des schweren Tumults am Mittwoch, 23. September, gegen 18.50 Uhr, soll die Bürgerschaftsabgeordnete und flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen, Kabire Yildiz, gewesen sein. Ihr und einer noch unbekannten Begleiterin wird in einem internen Schreiben der Grünen vorgeworfen, die Auseinandersetzungen unter den Flüchtlingen provoziert zu haben. Das Schreiben liegt der Redaktion vor. Christoffer Mendik, grüner Beiratsabgeordneter aus Woltmershausen, erklärt darin, dass Kabire Yildiz zusammen mit einer weiteren Frau zur Flüchtlingsunterkunft gekommen sei. Sie „ist am Sicherheitsdienst vorbei, indem sie ihren Bürgerschaftsausweis benutzte“. Yildiz habe Duschgel und Zahnbürsten dabeigehabt. ,Diese Sachspenden brachte sie einfach in die Halle, ohne die Verantwortlichen zu informieren. Nach dem Prinzip wer schneller ist, kriegt mehr kam es zu Tumulten und Aggressionen.‘

Bestätigt werden diese Angaben von ASB-Mitarbeitern, die nicht namentlich genannt werden möchten. Jutta Becks, Geschäftsführerin der ASB-Gesellschaft für Zuwandererbetreuung, erklärt: ,Die Angst der Bewohner, nichts abzubekommen, ist verständlich.‘ Yildiz hätte damit rechnen müssen, dass Neid aufkommt. ,Sie hat seither Hausverbot.‘
Das starke Polizeiaufgebot sei gerechtfertigt gewesen, sagt Polizeisprecherin Franka Haedke. ,Wir mussten zum Glück nicht mehr einschreiten, aber das konnte im Vorfeld niemand wissen.‘ Vor Ort sei auch mit der Bürgerschaftsabgeordneten gesprochen worden. Man habe sie darauf hingewiesen, dass Spenden künftig bei der Heimleitung abzugeben seien. Kabire Yildiz selbst will sich nicht zu den Anschuldigungen äußern. Für sie erklärt Fraktionssprecher Matthias Makosch, dass Yildiz zwar eingeräumt habe, am Mittwoch mit einer Freundin in der Unterkunft gewesen zu sein. ,Falsch sei jedoch, dass sie dort Spenden verteilt habe. Das soll eine dritte Frau getan haben, die mit den beiden in die Halle gelangt sei‘, so Makosch. Yildiz besuche in ihrer Funktion als flüchtlingspolitische Sprecherin öfter Unterkünfte. ,Sie erklärt, dass sie in Woltmershausen von niemandem angesprochen worden sei. Ihren Bürgerschaftsausweis habe sie erst gegenüber der Polizei vorgezeigt.‘ In der parteiinternen Aussprache habe man den Eindruck gewonnen, dass es eine sehr verworrene Angelegenheit sei, so Makosch.

Noch verworrener wurde das Ganze schließlich am Sonnabend, 26. September. Da beteiligte sich Yildiz erneut an einer Aktion, die rund um die Turnhalle Roter Sand für Wirbel sorgte. Mit ihrer Begleiterin organisierte sie eine Fahrt von etwa 90 Flüchtlingen zu einer Moschee in Walle – in zahlreichen Privatautos. Dort wurde das islamische Opferfest gefeiert. Erneut scheint sie den Träger nicht informiert zu haben. ,Frau Yildiz erklärt, dass sie jemanden in der Halle Bescheid gesagt habe‘, sagt Fraktionssprecher Makosch. Womöglich sei das aber nicht die richtige Person gewesen. ,Das mag ein wenig blauäugig gewesen sein‘, so Makosch.

Blauäugig oder nicht. Den Träger sowie Helfer von der Bundeswehr versetzte diese Aktion zumindest in Alarmbereitschaft. Als auffiel, dass ein Großteil der Bewohner fehlte, kursierten schnell Gerüchte von einer Entführung, schreibt Christoffer Mendik. ,Mitarbeiter der Bundeswehr wollten gerade Meldung machen. Das hätte wieder einen großen Polizeieinsatz bedeutet.‘ Es sei lediglich einem Waller Beiratsabgeordneten zu verdanken, dass man in Woltmershausen noch vor einem Polizei-Notruf über den wahren Hintergrund des Verschwindens aufgeklärt wurde. Als die 90 Flüchtlinge schließlich wieder in der Turnhalle ankamen, sei ,der Neid groß‘ gewesen, so Mendik. Immerhin brachten sie zahlreiche Sachspenden aus Walle mit. Mendik fordert: ,Solche Aktionen dürfen – vor allem unabgesprochen – nie wieder vorkommen.‘“

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