Vorurteile widerlegt: Deutsche und türkische Jugendliche ähnlich kriminell

Lang gehegte Vorurteile konnten jüngst widerlegt werden: Wie mehrere Untersuchungen ergaben, kann kein Unterschied hinsichtlich der Kriminalität zwischen deutschen und türkischen Jugendlichen festgestellt werden. Entscheidend in beiden Fällen sind die Erziehung und die Chancengleichheit im Bildungssektor.

Das was viele Deutsch-Türken schon immer wussten, ist jetzt widerlegt worden: Das Märchen von den kriminellen Ausländern ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr haltbar. Gerade Gewaltdelikte sind in den letzten Jahren rückläufig. Ein Gutachten weist nun nach, das Straftaten von ausländischenschen Jugendlichen öfter zur Anzeige gebracht werden. Insgesamt lassen sich auch bei erwachsenen Einwanderern keine vermehrten Straftaten nachweisen. Auch ein Rückschluss auf die ethnische und religiöse Zugehörigkeit ist statistisch nunmehr unzulässig.

Ein entscheidender Faktor ist Bildung, hier werden Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund jedoch strukturell benachteiligt. Dass eine gute Bildung einen positiven Einfluss auf Gewaltbereitschaft und kriminelle Taten hat, trifft auf alle Bevölkerungsgruppen in Deutschland zu. Deutsche Jugendliche aus sozial schwachen Schichten weisen eine ähnlich hohe Kriminalität auf.

Familien spielen positive Rolle

Deutsch-Türkische Bürger haben sogar einige entscheidende Vorteile gegenüber Deutschen, so der Kriminologe Professor Klaus Boers in der Sabah. Gute und enge Familienbande, sowie der geringere Alkoholkonsum wirken sich positiv auf deren Verhalten aus. Gerade junge Türkinnen fallen strafrechtlich kaum ins Gewicht. Ein Grund für das falsche Bild und anhaltende Vorurteile, sei eine verhältnismäßig hohe Kriminalität unter deutsch-türkischen Jungendlichen in den 1990er Jahren. Diese ist aber stark zurück gegangen.

Die Zahl von ausländischen Jugendlichen hat sich zwischen den Jahren 2005 und 2013 fast halbiert. Grund dafür ist auch der demographische Wandel, so der Tagesspiegel. Es gibt immer weniger junge Menschen in Deutschland. Für diesen Trend sei auch in Zukunft  eine bessere Einbindung in das Schulsystem nötig. Dies könne durch eine höhere Wertschätzung und Anerkennung geschehen. Herkunft und religiöse Zugehörigkeit müsse dazu mehr anerkannt werden, sagt Dr. Christian Walburg dem Mediendienst Integration.

Deutsche Kriminalitätsstatistik spricht für sich

Die Anzahl der deutschen Tatverdächtigen belief sich im selben Zeitraum auf 1.591.728. Auch hier sind einige Beispiele zu den Delikten zu nennen. Straftaten gegen die persönliche Freiheit wurden 128.260 mal registriert. Diebstähle gab es insgesamt 359.292. Die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte belief sich auf 423.195. Betrugsdelikte wurden 342.174 mal registriert. Die Anzahl der Straftaten gegen die persönliche Freiheit lag bei 480.609. Körperverletzungs-Delikte wurden von Deutschen 366.074 mal begangen. Gefährliche und schwere Körperverletzungs-Delikte wurden 742.575 mal registriert (mehr hier).

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