Mehrere Deutsche an der türkisch-syrischen Grenze festgenommen

Die türkische Gendarmerie hat sechs Personen, die versucht haben sollen im Süden der Türkei die Grenze zu Syrien überqueren, festgenommen. Die Personen wurden am Freitag in der südöstlichen Provinz Sanliurfa verhaftet. Mindestens fünf von ihnen sollen Deutsche sein.

Der türkischen Gendarmerie zufolge hätten die sechs Personen versucht, die Grenze nach Syrien in Goktepe im Bezirk Birecik zu überqueren. Die Beamten erklärten, dass die Gefangenen abgeschoben werden würden. Seit Januar 2015 wurden bereit mehr als 100.000 Menschen bei dem Versuch illegal über die türkisch-syrische Grenze zu kommen  festgenommen.

Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu hierzu berichtet, seien den türkischen Beamten zufolge seit Januar bereits mehr als 1.100 Ausländer abgeschoben worden. Während die türkische Agentur im aktuellen Fall  in der Nähe von Kobane von sechs Deutschen spricht, berichtet die dpa hingegen von fünf Deutschen und einem Marokkaner.

Sie hätten angegeben, humanitäre Hilfe in die nordsyrische Region liefern zu wollen, berichtete die Agentur unter Berufung auf die türkische Nachrichtenagentur Dogan am Freitag. Den am Donnerstagabend festgenommenen drei Männern und drei Frauen drohen eine Geldstrafe und die Abschiebung. Nach monatelangen Kämpfen hatten kurdische Kämpfer im Januar die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der Stadt Kobane vertrieben.

Erst Ende September wurde die deutsche Staatsbürgerin Nora Sophia F. mit einer Französin und drei Syrern in Istanbul festgenommen. Sie sollen versucht haben, die Flüchtlinge an der türkisch-griechischen Grenze gegen die Behörden aufzuhetzen. Die Festgenommenen sollen bereits bei den Gezi-Park-Protesten mitgewirkt haben (mehr hier).

Wenige Tage nach ihrer Festnahme in Istanbul drohte der deutschen Staatsbürgerin die Abschiebung aus der Türkei. Der Berlinerin wurde ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen. Ein Haftbefehl wurde nicht erlassen. (mehr hier). Dann die Entscheidung: Die 28-jährige Deutsche soll abgeschoben werden. Die Entscheidung sei am Montag getroffen worden, sagte Anwalt Cem Gök der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig kritisierte er, das Datum der Abschiebung von Nora F. sei noch unklar. Sie werde weiter in der Ausländerbehörde in Istanbul festgehalten.

Gök und vier weitere Anwälte hatten am Sonntag kritisiert, dass aufgrund der Feiertage in der Türkei zum Opferfest die Entscheidung über die Abschiebung unrechtmäßig verzögert worden war. Zudem hätten die Behörden den Anwälten zunächst nicht erlaubt, mit ihren Klienten zu sprechen.

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