Syrien-Krieg: Obama und Putin bauen direkte Kommunikation auf

Eine Sprecherin des Pentagons hat im Gespräch mit den Deutsch Türkischen Nachrichten die aktuelle Lage in Syrien geschildert. Das US-Verteidigungsministerium hält sich mit Beurteilungen der russischen Luftschläge zurück. Hinter den Kulissen zeigen sich Russland und die USA gemäßigt und kooperativ. Beide Seiten wollen eine politische Lösung des Konflikts.

US-Präsident Barack Obama hat eine direkte Kommunikation mit Russland über die Luftschläge in Syrien aufgebaut. (Foto: Official White House Photo by Pete Souza)

US-Präsident Barack Obama hat eine direkte Kommunikation mit Russland über die Luftschläge in Syrien aufgebaut. (Foto: Official White House Photo by Pete Souza)

Die Nato versucht, die Luftschläge Russlands gegen Syrien als gefährliche Aggression der Russen darzustellen. Doch hinter den Kulissen zeigt man sich vergleichsweise gemäßigt. US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin hatten sich vor einigen Tagen auf eine Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS geeinigt.

Daher gibt es nun statt harscher Töne eine abwartende Einschätzung und, interessanter Weise, einen Verweis auf die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung der Syrien-Krise.

Pentagon-Sprecherin Lt. Col. Michelle Baldanza erläutert in einem Statement für die Deutsch Türkischen Nachrichten die offizielle US-Position:

„Die offizielle syrische Nachrichtenagentur hat russische Luftschläge in den nördlichen Landstrichen von Homs, also in den Städten Rastan, Talbieseh und Zafranah bestätigt.

Während wir weiterhin die russischen Luftangriffe überprüfen, ist es klar, dass Russland Luftschläge in syrischen Orten durchführt, wo der IS nicht anwesend ist. Wir werden auch weiterhin die Luftschläge analysieren.

Wir sind in Sorge über Berichte, wonach gezielte russische Luftschläge gegen die moderate Opposition statt gegen den IS durchgeführt werden. Diese Bedenken haben wir den Russen deutlich zum Ausdruck gebracht.

Sollten sich die Berichte bestätigen, würde dies Zweifel an Moskaus Ernsthaftigkeit bei der Umsetzung des Genfer Communiques wecken, welches die Grundlage für eine politische Lösung in Syrien bietet.

Es gibt keine militärische Lösung für den Konflikt in Syrien. Wie der US-Präsident bereits auf der Sitzung der UN-Generalversammlung gesagt hat, sind wir bereit, mit jedem, einschließlich Russland und dem Iran zu sprechen, um eine ausgehandelte politische Übergangsphase einzuleiten, um die Einheit der Syrer zu erreichen und diesen schrecklichen Krieg zu beenden.

Am 1. Oktober hat das Pentagon eine Videokonferenz mit russischen Vertretern durchgeführt. Das Ziel dieses Treffens war es, zu erforschen, ob wir eine ausreichende gemeinsame Basis für Folgetreffen mit Experten beider Seiten finden können. Wir haben uns dazu entschlossen, nach Absprache mit unseren Führungsspitzen, wieder in Kontakt zu treten.

Die Vereinigten Staaten und die Koalition werden ihre Luftoperationen fortsetzen. Wir haben in den vergangenen 24 Stunden eine Reihe von Luftschlägen gegen IS-Ziele in Syrien durchgeführt.

Die USA haben sich bereit erklärt, Russland einen Vorschlag zu unterbreiten, um unbeabsichtigte Zusammenstöße zu vermeiden. Zudem wollen wir prüfen, welche Ziele die Russen anpeilen. Die Sitzung, die am 1. Oktober stattfand, war ein erster Schritt in diese Richtung.

Wie der US-Verteidigungsminister Ashton Carter bereits erwähnt hat, kann der IS nur besiegt werden, wenn parallel zu den Luftschlägen eine politische Übergangsphase in Syrien durchgeführt wird.“

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