Gefälschte Beweise: Freisprüche im Putschisten-Prozess in Türkei

Am Sonntag wurden in der Türkei alle 83 Angeklagten im Putschisten-Prozess von Poyrazköy freigesprochen. Die Beweisführung hatte ausschließlich professionell gefälschte Dokumente gegen die Angeklagten vorgebracht. Drei Angeklagte sind während des Prozesses verstorben.

Die Mütter und Ehefrauen der freigesprochenen Angeklagten im Poyrazköy-Prozess. Die Beweisführung nutzte gefälschte Dokumente gegen die Angeklagten. (Screenshot)

Die Mütter und Ehefrauen der freigesprochenen Angeklagten im Poyrazköy-Prozess. Die Beweisführung nutzte gefälschte Dokumente gegen die Angeklagten. (Screenshot)

Am Wochenende wurden alle 83 Angeklagten im Prozess „Poyrazköy“ freigesprochen, berichtet CNN Turk. Bei den Angeklagten handelte es sich um Offiziere, Admiräle, Mitglieder des Vereins „zur Förderung der zeitgemäßen Lebensweise“ (ÇYDD), Journalisten und Anwälte.

Den zu Unrecht beschuldigten Personen wurde Gründung einer Terror-Organisation, Umsturzversuch der Türkischen Republik und die Vorbereitung von Attentaten vorgeworfen. Im Verlauf des Prozesses wurde enthüllt, dass alle als Beweismittel vorgebrachten Dokumente gefälscht gewesen sind.

Drei der Angeklagten starben während des Prozesses. Oberstleutnant Ali Tatar beging einen Ehrenselbstmord. Zuvor hatte er gesagt, dass ein regelrechte Verschwörung gegen die türkischen Streitkräfte laufen würde. Das Mitglied der SAT-Spezialkräfte des Militärs, Saadettin Doğan, hingegen wurde von Unbekannten getötet.

Die türkisch Autorin, Medizinerin, Frauenrechtlerin und ÇYDD-Vorsitzender, Türkan Saylan, die 36.000 Mädchen über Stipendien eine Schul- und Hochschulbildung ermöglicht hatte, starb zwei Monate nach einer Polizei-Razzia in ihrer Wohnung. Sie litt an Krebs.

Sie war der Ansicht, dass hinter der Kampagne gegen säkulare Militärs, Akademiker, Journalisten und Künstler die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen steckt, die weite Teile der türkischen Polizei und Justiz kontrollieren soll.

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