Für seinen toten Sohn: Türkischer Supersport-Star Kenan Sofuoğlu wird erneut Weltmeister

Über Wochen hatten die Ärzte um das Leben des Babys gekämpft - vergebens. Im Juli verstarb der Sohn des türkischen Supersport-Ausnahmetalents Kenan Sofuoğlu. Nun gewann der junge Mann vorzeitig die Supersport-WM. Sein mittlerweile vierter Titel widmet er dem kleinen Hamza.

Der türkische Motorradrennfahrer Kenan Sofuoğlu ist nach 2007, 2010 und 2012 zum vierten Mal Supersport-Weltmeister geworden. Der 31-Jährige erreichte bei der vorletzen Runde der Weltmeisterschaft im französischen Magny-Cours nach Patrick Jacobsen vom Team Honda den zweiten Platz. Der türkische Star vom Team Kawasaki hat damit insgesamt 213 Punkte und ist nicht mehr einholbar. Damit verteidigt er einmal mehr seinen Platz als erfolgreichster Fahrer in der Supersport-Weltmeisterschaft. Die letzte Runde der Supersport-WM am 18. Oktober in Katar kann er jetzt ganz entspannt angehen.

Seinen vorzeitigen Sieg widmete Sofuoğlu seinem Sohn, den Ehefrau Julia Looman im März dieses Jahres zur Welt brachte. Die beiden mussten nur wenige Wochen später einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Der kleine Junge verstarb im vergangenen Juli. Drei Monate hatten die Ärzte in Istanbul um das Leben des Kindes gekämpft. Es soll Probleme mit der Blutversorgung des Gehirns gegeben haben. Hamza wurde mehrmals operiert – vergebens.

„Mit seinem vierten Titel in der Supersport-WM legte Sofuoglu die Latte für kommende Generationen noch einmal höher. Bis heute gewann er 32 von 104 Rennen und holte insgesamt 68 Podestplätze. In 22 Rennen startete Sofuoglu von der Pole-Position“, bilanziert das Fach-Magazin Speedweek.

Wie er kürzlich verriet, wolle er sich auf den letzten Metern seiner Karriere nicht mehr in einer neuen Klasse ausprobieren. Sein Herz gehört ganz der 600er. „Viele Leute fragen mich, weshalb ich nicht Superbike fahren möchte“, zitierte Speedweek.com Sofuoğlu. „Die Antwort ist einfach: Ich genieße es, 600er zu fahren. Auf diesem Motorrad gewinne ich, auf dem Superbike kann ich das nicht. Ich weiß, dass Superbike die höhere Kategorie ist, aber ich kann meinen Fahrstil nicht an diese Klasse anpassen. Die Supersport-Klasse beherrsche ich, hier kann ich gute Rennen zeigen. Ich sage nicht, dass ich der Beste bin. Aber ich glaube, dass ich ganz ordentlich fahre. Daraus ziehe ich Motivation, meine Karriere fortzusetzen.“ (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Mister Supersport: Kenan Sofuoğlu hat kein Interesse am Superbike

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.