Türkische Sicherheitskräfte sollen Leiche von Kurden geschändet haben

In der Türkei sorgen derzeit Fotos und Videoaufnahmen einer vermeintlichen Leichenschändung durch die Polizei für helle Aufregung. Polizisten sollen die Leiche eines bei Gefechten getöteten Kurden mit einem Fahrzeug durch die Straßen gezerrt haben. Der Tote soll der Schwager einer HDP-Parlamentsabgeordneten sein.

Aufnahmen, die die mutmaßliche Schändung der Leiche eines Kurden durch die Polizei zeigen, sorgen in der Türkei für Aufregung. Diesbezüglich würden Ermittlungen eingeleitet, teilte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Montag über Facebook mit. Es handele sich um ein «äußerst falsches Verhalten».

Auf den Foto- und Videoaufnahmen ist zu sehen, wie ein Polizeifahrzeug einen leblosen Körper durch die Straßen schleift. Nach türkischen Medienberichten soll es sich dabei um einen in der Provinz Sirnak bei Gefechten getöteten Kurden handeln. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht überprüft werden.

Die Bilder lösten in der Türkei große Empörung aus. Der Chef der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, verbreitete das Foto der Schändung am Sonntag via Twitter und schrieb: «Schaut euch das Foto gut an. Es wurde am Vortag in Sirnak aufgenommen. Niemand soll vergessen, denn wir werden nicht vergessen.» Bei dem getöteten Mann handelt es sich nach Medienberichten um den Schwager der HDP-Abgeordneten Leyla Birlik.

Das Innenministerium hatte noch am Sonntag angekündigt, Ermittlungen wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen einzuleiten. Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, wies Demirtas das Statement des türkischen Premiers als unzureichend zurück und forderte unterdessen den unverzüglichen Rücktritt des türkischen Innenministers Selami Altınok.

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