Russland: Verletzung des türkischen Luftraums war „Navigationsfehler“

Russland hat die Türkei offenbar darüber informiert, dass die Verletzung der türkischen Luftraums nahe der syrischen Grenze am 3. Oktober auf einem „Navigationsfehler“ beruhe. Der russische SU-30 war am Samstagmittag für rund zwei Minuten im türkischen Luftraum und zog sich nach einer Warnung gen Syrien zurück. Die Nato bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel.

Die russischen Behörden sollen der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge den türkischen Militärattaché in Moskau über den Navigationsfehler informiert haben. Das hätten Vertreter der russischen Botschaft in Ankara dem Blatt mitgeteilt.

Die russische Flugzeuge haben den türkischen Luftraum in Richtung Syrien verlassen, nachdem sie von zwei F-16 der türkischen Luftwaffe bei der Durchführung von Patrouillen in der Region abgefangen wurden, zitiert die Zeitung eine schriftliche Erklärung des türkischen Außenministeriums vom  5. Oktober.

Die türkische Luftwaffe habe zunächst herausfinden wollen, ob es sich bei dem Flugzeug um eine russische SU-29 oder SU-24 handle, die auch bei den syrischen Luftstreitkräften zum Einsatz kämen. Schließlich hätten sie festgestellt, dass es sich bei dem Flugzeug um ein SU-30-Modell handelte, das nur von Russland eingesetzte werde, hieß es weiter.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu warnte davor, dass Ankara seine militärischen Einsatzregeln unabhängig davon, wer seinen Luftraum verletze, aktivieren würde. Wenn unser Luftraum verletzt wird, sind unsere Einsatzregeln klar

Unsere Einsatzregeln sind klar wer unseren Luftraum verletzt“, so Davutoğlu im türkischen Fernsehen. Die türkischen Streitkräfte habe klare Anweisungen. Selbst wenn es ein Vogel wäre, würde dieser abgefangen werden.

Außenminister Feridun Sinirlioğlu hat unterdessen seinen russischen Amtskollegen, Sergej Lawrow, kontaktiert und das Thema zur Sprache gebracht. Außerdem soll er mit seinem US-amerikanischen, französischen, italienischen und britischen Kollegen, gesprochen haben, um die Situation zu bewerten.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Verletzung des türkischen Luftraums durch ein russisches Kampfflugzeug als inakzeptabel bezeichnet. Er werde noch an diesem Montag Vertreter der Bündnisstaaten zu einer Sitzung des Nordatlantikrats einberufen und mit ihnen die Situation diskutieren, teilte Stoltenberg nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Feridun Sinirlioğlu in Brüssel mit.

Die Nato bleibe entschlossen, sich für die Sicherheit ihres Bündnispartners Türkei einzusetzen. «Russlands Handeln trägt nicht zu Sicherheit und Stabilität der Region bei», kommentierte Stoltenberg mit Blick auf die russischen Luftangriffe im türkischen Nachbarland Syrien. «Ich appelliere an Russland zur uneingeschränkten Achtung des NATO Luftraums. Eskalierende Spannungen mit der Allianz müssen vermieden werden. Ich fordere Russland auf, die notwendigen Schritte zu ergreifen, ihre Bemühungen mit denen der internationalen Gemeinschaft bei der Bekämpfung des ISIL in Einklang zu bringen.»

 

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