Brände in Flüchtlings-Heimen in Thüringen und NRW

In Thüringen und in Nordrhein-Westfalen brannten am Wochenende mehrere Flüchtlingsunterkünfte. In einer Turnhalle waren zum Zeitpunkt des Brandes elf Flüchtlinge, darunter auch Kinder, anwesend. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

22 Jahre nach der Tragödie von Solingen verüben Extremisten weiterhin Brandanschläge. (Screenshot)

22 Jahre nach der Tragödie von Solingen verüben Extremisten weiterhin Brandanschläge. (Screenshot)

In Thüringen haben unbekannte Täter an einer bewohnten Unterkunft für Flüchtlinge im Kreis Gotha Feuer gelegt und die Fassade der Turnhalle in Brand gesetzt. In der Gemeinde Friemar brach das Feuer am Sonntag an vier mobilen Toiletten vor der Unterkunft aus und breitete sich dann aus, wie eine Polizeisprecherin erklärte. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Verletzt wurde niemand.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach von einem «feigen Mordanschlag». Am Tag zuvor war im Eichsfeld ein Haus in Flammen aufgegangen, in das Flüchtlinge an diesem Montag einziehen sollten.

Im thüringischen Friemar klafft nach Angaben von Bürgermeister Steffen John (CDU) nun ein zwei Mal zwei Meter großes Loch in der Wand zu den Umkleideräumen. «Das Gebäude kann wieder repariert werden», kündigte eine Sprecherin an. In der Turnhalle waren zum Zeitpunkt des Brandes elf Flüchtlinge, darunter auch Kinder. «Sie waren geschockt und verängstigt», berichtete der Bürgermeister. Die Familien kamen noch in den Morgenstunden woanders im Landkreis unter.

Bereits am Samstag hatte es im Eichsfeld in einem für die Unterbringung von Flüchtlingen geplanten Haus gebrannt. Das Gebäude in Bischhagen ist unbewohnbar. Die Polizei schloss einen technischen Defekt als Ursache nicht aus. In dem Gebäude sei noch bis zum Vortag gearbeitet worden, sagte ein Sprecher. Außerdem seien technische Geräte an die Stromversorgung angeschlossen gewesen. Der Schaden wird auf 100.000 Euro geschätzt.

Erst vor drei Wochen hatten Unbekannte in Gerstungen im Wartburgkreis eine für Flüchtlinge angebotene Wohnung angezündet. Wenige Tage zuvor brannten in Rockensußra (Kyffhäuserkreis) die Dachstühle von drei leerstehenden Gebäuden, kurz bevor der Ortschaftsrat darüber diskutieren wollte, ob dort Flüchtlinge einziehen sollen. Die Polizei geht in diesen Fällen von Brandstiftung aus.

Zudem wurde vermutlich mit Brandbeschleuniger Feuer in einer geplanten Asylunterkunft im niederrheinischen Xanten (NRW) gelegt. Auch in Altena und Kleve brannte es in Unterkünften. In Altena schließen die Ermittler einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. In Kleve brachen die Flammen wegen eines menschlichen Fehlers aus. Bei den drei Bränden wurde niemand verletzt, berichtet die WAZ.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.