Lob aus Harvard: Türkische Gesundheitsreform ist vorbildlich

Die US-amerikanische Elite-Universität Harvard stellt dem türkischen Gesundheitssektor ein hervorragendes Zeugnis aus. Die durchgeführten Reformen seien einem aktuellen Bericht zufolge vorbildlich. Besonders hervorgehoben wurden kostenlose Dienste, die gesenkte Mutter-Kind-Sterberate sowie die hohe Patientenzufriedenheit.

Die Reformen der türkischen Regierung im Gesundheitssektor finden seit Jahren internationale Aufmerksamkeit. Jetzt hat sich auch die weltbekannte Elite-Universität Harvard zu den türkischen Bemühungen geäußert. Das Fazit: Die Türkei zeigt, wie es auch in anderen Schwellenländern gehen könnte, um globale Standards zu erreichen.

Bekannt wurde das Lob aus den USA durch den einstigen türkischen Gesundheitsminister, Professor Dr. Recep Akdağ, der auf den Harvard-Report aufmerksam machte:

Auch über Twitter teilte der Politiker die Studie der Harvard University School of Public Health direkt:

Die Universität erklärt darin, dass die Erfahrungen der Türkei zeigen würden, dass dank einer zielgerichteten Führung auch Schwellenländer in der Lage seien, weltweite Gesundheitskriterien erfüllen könnten. Zudem könnte das türkische Gesundheitssystem auf dem Gebiet der Volksgesundheit sowie der Patientenzufriedenheit Erfolge vorweisen.

Für Professor Akdağ steht somit fest, dass der Türkei damit erneut das attestiert wurde, was in nicht allzu ferner Vergangenheit auch von der Weltgesundheitsorganisation und anderen Institutionen bescheinigt worden wäre, so die Nachrichtenseite iha.com.

Der amtierende türkische Gesundheitsminister, Mehmet Müezzinoğlu, berichtete bereits 2013, dass die Türkei das Land mit der zweitgrößten Patientenzufriedenheit sei. Im Jahr 2000 lag die Zufriedenheit von türkischen Patienten noch bei 45 bis 46 Prozent. Nun liege jener Anteil bei 76 Prozent. Finnland sei mit einem prozentualen Anteil in Höhe von 78 Prozent Spitzenreiter. Dänemark ist mit 75 Prozent drittplatziert.

Die Türkei möchte ein Vorbild für andere Staaten im Bereich des Gesundheitssystems werden. Doch zunächst seien einige Schwachstellen zu beheben. Die erste Schwachstelle sei die unzureichende Anzahl an praktizierenden Ärzten. Derzeit fielen jährlich 300 Millionen Patientengänge auf 125.000 Ärzte. „Wir brauchen 30.000 mehr Ärzte“, zitierte ihn die türkische Zeitung Zaman den Gesundheitsminister. Die hohe Patientenzufriedenheit verdanke man nur dem Umstand, dass die wenigen praktizierenden Ärzte „hart arbeiten“ würden.

Doch die nicht ausreichende Anzahl an Ärzten sei nicht die Schuld des Ministeriums, meinte Müezzinoğlu. Seit 30 Jahren sei es die ideologische Ansicht des Staates gewesen, dass es einen Überschuss an Ärzten gebe. Dieselbe Mentalität habe zwischen 1984 bis 2006 die Eröffnung von Hochschulen der Medizin verhindert. Es wurde sich streng an vorher festgelegte Quoten gehalten. Müezzinoğlu sieht darin ein „Komplott“ gegen die AKP-Regierung. Die Entgleisung des Gesundheitssystems sollte zur „Schwächung“ der Regierung führen, meinte er. Nun werde man das Gesundheitssystem nachhaltig reformieren und Investitionen tätigen.

Die Überlegungen von Müezzinoğlu können auch im Zusammenhang mit der wachsenden Branche des Gesundheitstourismus gesehen werden. Nach Angaben des ehemaligen türkischen Gesundheitsministers Recep Akdağ kämen rund 200.000 Menschen pro Jahr in die Türkei, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen (mehr hier). Mittlerweile mische das Land unter den weltweiten Top Ten im Gesundheitstourismus mit. Die Nachfrage steige weiter an.

Die wichtigsten Gründe für die zunehmende Beliebtheit der Türkei auch als Gesundheitsstandort liegen für Akdağ vor allem in der nunmehr seit zehn Jahren andauernden politischen Stabilität und im wirtschaftlichen Wachstum des Landes. Die Regierung habe eine extrem hohe Produktivität des Gesundheitswesens erreicht, für ihn der entscheidendste Faktor für die anschwellenden Patientenströme aus dem Ausland.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Gesundheitsreformen der Türkei bei ihrem 65. Treffen in Genf im Jahr 2012 ausdrücklich gelobt. In punkto Gerechtigkeit beim Zugang zu Gesundheitsdiensten sei das Land ein Vorbild (mehr hier).
Mehr zum Thema:

Gesundheitsminister Müezzinoğlu: Türkei hat zweithöchste Patientenzufriedenheit der Welt
Gesundheitsministerium: Kindersterblichkeit in der Türkei erheblich gesunken
Erfolgreiche Gesundheitsreformen: WHO betrachtet Türkei als Vorbild

 

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.