Russische Luftschläge: Türkei befürchtet eine Million weitere Flüchtlinge aus Syrien

Angesichts des russischen Eingreifens in Syrien befürchtet der stellvertretende türkische Premier Numan Kurtulmuş einen weiteren massiven Zustrom an Flüchtlingen. Das militärische Eingreifen Moskaus were das Kräftegleichgewicht in der Region verschieben. Darauf hin könnten rund eine Million Syrer in die Türkei strömen.

Kurtulmuş blickt derzeit mit Sorge auf das Eingreifen der russischen Armee in Syrien. Diese bewege sich in einem sensiblen Gebiet. Kippt dort das Gleichgewicht, muss sich die Türkei auf neue, immense Flüchtlingsströme einstellen. Unterdessen meldet Ankara eine zweite Verletzung des türkischen Luftraums durch einen russischen Kampfjet.

Der Westen von Syrien ist der Ort mit der größten Bevölkerung; Damaskus, Homs, Hama, Aleppo und Latakia. Im Moment besteht dort ein Gleichgewicht, ein multilateraler Bürgerkrieg. Doch jede weitere Intervention, vor allem diese Intervention durch Russland und die Bombardierung von Stellungen moderater Rebellen stärkt das Regime. In einem solchen Fall wird das Regime seine Unterdrückung erhöhen und seine Angriffe verstärken“, zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet. „In diesem Fall, Gott bewahre, werden neue Veränderungen des Gleichgewichts in den überfüllten Städten mit einem weiteren Bevölkerungszustrom von Hunderttausenden, vielleicht einem Zustrom von über einer Millionen in die Türkei führen.“

Unterdessen hat die Türkei eine weitere Verletzung ihres Luftraums durch ein russisches Kampfflugzeug gemeldet, so das Blatt weiter. Ein Vertreter des türkischen Außenministeriums erklärte am Montag, dass sich der zweite Vorfall bereits am vergangenen Sonntag ereignet habe. Das sei der zweite Vorfall binnen drei Tagen gewesen. Deswegen sei am 5. Oktober auch erneut der russische Botschafter einbestellt worden.

Bereits am Samstag war ein russischer Kampfjet an der Grenze zu Syrien über türkisches Gebiet geflogen. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte zwar ein kurzzeitiges Eindringen eines Kampfflugzeugs in türkischen Luftraum, sprach in der Folge dann aber von einem Navigationsfehler. Die Nato stellte sich in dieser Angelegenheit ganz auf die Seite der Türkei. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete das Vorgehen Russlands als inakzeptabel. Zudem hegte er Zweifel an der russischen Darstellung. Nach einem Missgeschick sehe das nicht aus. Immerhin seien es zwei Vorfälle gewesen, die jeweils länger als nur wenige Sekunden angedauert hätten.

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